Fußball

Zoff um Regionalliga-Reform: Erster Profi-Klub boykottiert die Abstimmung

Kenan Fatkic jubelt nach dem 1:1 mit Lukas Kunze und Adrien Lebeau vor der Tribüne.
Der FC Hansa Rostock will sich nicht an der Abstimmung zur Regionalliga-Reform beteiligen.

Hansa Rostock kündigt einen Boykott der Abstimmung über die Regionalliga-Reform an. Nun drohen die geplanten Änderungen zu scheitern.

Die mit Spannung erwartete Entscheidung zur Reform der Regionalligen wird zu einer Zerreißprobe. Weil wesentliche Inhalte kurzfristig geändert worden seien, verkündete Drittligist Hansa Rostock als erster Verein einen Boykott der für Montag geplanten Abstimmung. Zuvor hatte auch das Bündnis der Fanszenen Deutschland die Klubs zum Boykott aufgerufen.

Größter Streitpunkt ist eine Änderung im von vielen Klubs favorisierten Kompassmodell. „Statt der ursprünglich vorgesehenen 20er-Staffeln sollen es nun nur noch 18 Teams pro Liga sein", teilte Hansa mit, ein zentraler Punkt werde somit „auf den letzten Metern verändert. Der F.C. Hansa Rostock wird daher an der heutigen Abstimmung nicht teilnehmen.“

Regionalliga-System wird schon seit Jahren kritisiert

Weil nicht alle Meister der fünf Regionalligen in die 3. Liga aufsteigen können, gibt es seit Jahren die Forderung nach einer Reform. Die Kompass-Variante mit 20 Klubs pro Staffel hatte viele Fürsprecher gewonnen – bis in der zur Abstimmung vorgelegten Variante überraschend nur noch von 18 Vereinen die Rede war.

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„Das ist ein Verfahren, das Vertrauen zerstört“, schrieb Rostock. Zudem sei aus einer bundesweiten Mehrheitsentscheidung anders als geplant ein System geworden, in dem jede Region einzeln zustimmen muss, was einer Vetomöglichkeit einzelner Verbände entspreche. So werde auf „Reformpolitik ein Machtspiel“.

BSG Chemie Leipzig und Fan-Bündnis kritisieren Reformvorschlag ebenfalls

Auch andere Vereine wie die BSG Chemie Leipzig hatten über eine „Sabotage an den Reformbemühungen“ geklagt, die auf eine „Verhinderung der überfälligen Reform“ hinauslaufe. Auch das „Bündnis der deutschen Fanszenen“ kritisierte das Vorgehen. „Wer heute schweigt und diesen miesen Schachzug akzeptiert, der billigt gleichzeitig, dass Verbände ihre eigenen Machtinteressen über die Interessen der Vereine stellen“, hieß es.


Am Montag durften die Vereine in einer bundesweiten Umfrage darüber abstimmen, welches Modell sie bei einer möglichen Regionalliga-Reform bevorzugen. Das Ergebnis wird für Dienstag erwartet. (sid/vb)

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