WM-Auslosung: Deutschland mit Glückslos – Trump bekommt peinlichen „Friedenspreis“
Die deutsche Nationalmannschaft trifft bei der WM 2026 in Nordamerika auf Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador. Das ergab die Auslosung am Freitagabend in Washington DC. Sportliche Aspekte traten bei der Veranstaltung im Kennedy-Center allerdings in den Hintergrund, weil FIFA-Präsident Gianni Infantino den Weltfußball vor US-Präsident Donald J. Trump katzbuckeln ließ.
Um 19.28 Uhr mitteleuropäischer Zeit loste Football-Star Tom Brady die deutsche Mannschaft in Gruppe E – und dann ging alles auf einmal ganz schnell. Eine gute halbe Stunde später stand um Punkt 20 Uhr der deutsche Fahrplan für den nächsten Sommer in den USA, Kanada und Mexiko. Die Glücksgöttin zwinkerte dem viermaligen Weltmeister durchaus zu und bescherte ihm eine äußerst machbare Vorrunden-Gruppe – wenngleich die Spielorte erst noch festgelegt werden müssen.
WM-Auslosung: DFB-Auftakt gegen WM-Neuling Curacao
Am 14. Juni startet die DFB-Elf ihr WM-Abenteuer in Philadelphia oder Houston gegen WM-Neuling Curacao. Die Karibikinsel ist mit ihren 150.000 Einwohner:innen das kleinste Land, das sich jemals für eine WM-Endrunde qualifiziert hat. Danach geht es für den DFB-Tross möglicherweise über die Grenze nach Kanada, wo die Elfenbeinküste am 20. Juni in Toronto (oder in Kansas City) der Gegner sein wird. Am 25. Juni bestreitet die Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann dann ihr letztes Gruppenspiel in Philadelphia oder East Rutherford gegen Ecuador.
Nagelsmann warnt: Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen
Der Bundestrainer äußerte sich bei Magenta TV zurückhaltend. „Es ist gut, dass du nicht drei leichte Gegner hast, dich auch anstrengen und an deine Grenze gehen musst“, kommentierte Nagelsmann die Auslosung. Curacao werde „spannend zu analysieren. Aber wir werden nicht den Fehler machen, sie zu unterschätzen.“ Die Elfenbeinküste sei „eine Mannschaft, die man schlagen kann, aber die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte“, ergänzte der Bundestrainer. Ecuador nannte er „nicht leicht zu spielen, sie haben drei, vier richtige Topstars und sind in der Quali Zweiter hinter Argentinien geworden“.
Beim Gruppensieg würde Deutschland in der ersten K.o.-Runde auf einen der acht punktbesten Gruppendritten treffen. Wird Deutschland nur Zweiter, droht allerdings ein frühes K.o.-Duell mit Frankreich oder Norwegen – die beide aber auch bei einem deutschen Gruppensieg im Achtelfinale ein harter Gegner sein könnten.

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Die genauen Ansetzungen und Spielorte des vom 11. Juni bis zum 19. Juli währenden Turniers wird die FIFA am Samstag auf einer weiteren Veranstaltung bekanntgeben. Auch da lässt sie sich Zeit – wie bei der als Auslosung deklarierten Veranstaltung, die viel eher Anschauungsunterricht war, wie man den Fußball als willfähriges Werkzeug den Mächtigen ausliefert. Das erste Los wurde stattliche 85 Minuten nach Beginn der Zeremonie gezogen, als sämtliche Protagonisten auf der Bühne mit ihrer wechselseitigen Lobhudelei fertig waren.
Infantino vergibt „FIFA-Friedenspreis“ an Trump
Anfangs hielt FIFA-Präsident Gianni Infantino, von Co-Moderatorin Heidi Klum als „weltweit größter Fußballfan“ vorgestellt, eine seiner berüchtigten Ansprachen. Dort bezeichnete er den Fußball-Weltverband unter anderem als „offiziellen Lieferanten für das Glück der Menschheit“.

Wie weit Infantino dieses Glück ins Abseits geschubst hat, zeigte die Vergabe des neu geschaffenen „FIFA-Friedenspreises“ an Donald J. Trump, der als US-Präsident das Land regiert, in dem 78 der 104 WM-Endrundenspiele stattfinden werden. Infantino hatte Trump zuvor vergeblich für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen, nun missbrauchte er den Fußball, um einen befreundeten Menschenjäger und Hassprediger auszuzeichnen – für, so die Begründung, „außergewöhnliche und herausragende Handlungen zur Förderung von Frieden und Einheit auf der ganzen Welt“.
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Der ehemalige US-Fußballprofi Evan Whitfield, mittlerweile Vorsitzender der Human Rights Soccer Alliance, kritisierte die Entscheidung scharf: „Viele von uns Amerikanern sehen unseren Präsidenten schlicht nicht als eines Friedenspreises würdig an. Präsident Trump sollte weder von der FIFA noch von irgendeiner anderen Organisation mit irgendeinem Friedenspreis ausgezeichnet werden.“
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