Wildes Schiri-Spiel in Leverkusen! Bayern lobt sich für 1:1 zu neun selbst
Mit den zwei verpassten Punkten wollte sich Joshua Kimmich nicht lange aufhalten. Immer wieder ballte der Kapitän des FC Bayern seine Fäuste, das hart erkämpfte Unentschieden bei Bayer Leverkusen feierte der Mittelfeldchef wie einen Sieg. Zwei Platzverweise, zwei aberkannte Tore – doch am Ende zumindest ein Punkt: Dank großer Moral hat der deutsche Rekordmeister seine erste Auswärtsniederlage in der Fußball-Bundesliga abgewendet und sich in Leverkusen ein 1:1 (0:1) erkämpft.
Natürlich wolle man „immer gewinnen“, gab Rückkehrer Jonathan Tah nach dem Spiel bei Sky zu, „aber heute mussten wir wirklich mit schwierigen Situationen umgehen. Das haben wir als Mannschaft überragend gemacht. Es ist eine Frage der Mentalität, jeder einzelne wollte heute alles geben – das zeugt von Stärke und zeigt, was wir für eine Mannschaft sind.“
Nach dem Rückstand durch Aleix García (6.) und einer Roten Karte für Nicolas Jackson (42.) waren die Bayern in Leverkusen mit dem Rücken zur Wand gestanden. Dank einer starken zweiten Halbzeit und dem Ausgleich von Luis Díaz (69.), der in der Schlussphase ebenfalls Gelb-Rot (84.) sah, hielten die Münchner den ersten Verfolger Borussia Dortmund jedoch weiter auf Distanz: Neun Punkte beträgt das komfortable Polster.
Leverkusen lässt wichtige Punkte liegen
Leverkusen verpasste derweil Big Points im Rennen um die Champions-League-Ränge und muss sich schnell wieder aufrappeln: Nach dem 1:1 am vergangenen Mittwoch kämpft Bayer am Dienstag im Achtelfinal-Rückspiel beim FC Arsenal um das erste Champions-League-Viertelfinale seit 24 Jahren. Die Bayern können tags darauf angesichts eines 6:1-Polsters völlig entspannt in das Rückspiel gegen Atalanta Bergamo gehen – und vermieden einen Stimmungsdämpfer. Dennoch: Der Rekordmeister gewann keines der letzten vier Ligaspiele bei Bayer. Am 22. April gastieren die Bayern im Halbfinale des DFB-Pokals erneut in der BayArena.
Bei den Münchnern saß Torgarant Harry Kane zunächst erneut auf der Bank. Zudem kam Torhüter Sven Ulreich nach den Ausfällen von Manuel Neuer (Muskelfaserriss) und Jonas Urbig (Gehirnerschütterung) zu seinem ersten Einsatz seit dem 21. September 2024 – und musste früh hinter sich greifen: Der junge Montrell Culbreath (18) klaute Díaz den Ball, der dann über Patrik Schick bei García landete. Der Abschluss des Spaniers flog abgefälscht von Tah über den machtlosen Ulreich ins Netz.
Zwei Tore aberkannt: Die Bayer im Glück
Die Bayern wurden erst im Spielverlauf etwas zwingender. Der vermeintliche Ausgleich von Tah (32.) wurde wegen eines Handspiels aberkannt. Noch vor der Pause schwächten sich die Münchner dann selbst: Jackson stieg Martin Terrier heftig auf den Knöchel und sah nach Videobeweis die Rote Karte.
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Nach dem Seitenwechsel drückten die Münchner auf den Ausgleich, Bayer versuchte das Spiel zu beruhigen und ließ zweimal das 2:0 liegen: Erst schob Tillman frei vor Ulreich rechts vorbei (58.), dann scheiterte Schick am Bayern-Keeper (59.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch: Bayer hatte Glück, als ein Treffer des gerade eingewechselten Kane wegen Handspiels aberkannt wurde. Dann traf Díaz nach einem Fehlpass von Bayer-Kapitän Robert Andrich. Nach einer vermeintlichen Schwalbe wurde dann auch der Kolumbianer vom Platz gestellt. (sid/trh)
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