Werder-Boss lobt Ex-HSV-Coach Thioune – und kritisiert eigene Transfer-Politik
Nach dem wichtigen 1:0-Sieg beim VfL Wolfsburg hat Werder Bremens Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz den Anteil von Trainer Daniel Thioune an dem sportlichen Aufschwung der vergangenen Wochen hervorgehoben.
„Daniel hat eine sehr gute Ansprache. Die Jungs folgen ihm. Er ist inhaltlich sehr gut. Er gibt Lösungsansätze. Er ist auch sehr im Detail drin – gerade in der Trainingsarbeit unter der Woche. Das macht er wirklich hervorragend“, sagte Werder-Boss Fritz in der Sport1-Sendung „Doppelpass“ über Ex-HSV-Coach Thioune.
Sieben Punkte Vorsprung: Fritz warnt Werder vor Selbstzufriedenheit
Im Abstiegskampf der Bundesliga hat Werder Bremen unter Thioune drei der vergangenen vier Spiele gewonnen und sich dadurch einen Vorsprung von sieben Punkten auf den Tabellenvorletzten Wolfsburg erarbeitet.
Fritz warnte jedoch davor, die Situation vor den letzten sieben Saisonspielen zu unterschätzen. „Wir dürfen nicht nachlassen. Wir müssen weiter draufpacken, um am Ende die Klasse zu halten“, sagte der Werder-Boss bereits in Wolfsburg. „Ich warne davor: Wenn sich hier nur einer zu sicher ist, werden wir das sehr deutlich ansprechen“
Werder Bremen: Fritz erklärt Transferpolitik und räumt Fehler ein
Fritz hat zudem die viel kritisierte Transferpolitik dieser Saison erklärt und dabei auch Fehler eingeräumt. „Ich stelle mich vor unseren Kader. Aber wo wir falschlagen, ist sicherlich in unserem Offensivspiel“, sagte der Werder-Boss im „Doppelpass“. „Wir haben gesagt: Wir wollen mutig sein. Wir wollen auf junge Spieler setzen. Und sicherlich ist nicht alles direkt so durchgelaufen. Wir können uns nicht von Fehlern freisprechen.“
Besonders hart wurden die Bremer und ihr Sportchef in den vergangenen Monaten für die vielen Leihspieler im Kader sowie die missglückte Verpflichtung des mittlerweile verletzten und vorher schon nie richtig fitten Stürmers Victor Boniface kritisiert.
Der Plan dabei sei laut Fritz gewesen: „Ein wirtschaftlich überschaubares Risiko einzugehen und eher auch den Mut zu haben und die Chance zu sehen.“ Nach dieser Idee sollten sich der prominente Boniface und der junge Keke Topp die Spielzeit im Angriff teilen. „Wir wollten zum einen Keke entwickeln und zum anderen auch die Qualität, die Victor zweifelsohne hat, für uns gewinnen“, erklärte Fritz. „Nach dem aktuellen Stand muss man schon sagen, dass das in der Form nicht aufgegangen ist.“
Werder plant mit Coulibaly-Verkauf im Sommer
Ein weiteres Problem sei gewesen, dass Werder Spieler wie Romano Schmid nicht wie geplant teuer verkaufen konnte. „Wir sind für Samuel Mbangula ein Stück weit ins Risiko gegangen. Aber wir sind schon davon ausgegangen, dass wir noch den einen oder anderen Spieler verkaufen, um auch wieder investieren zu können. Das ist ausgeblieben“, sagte Fritz. „Wir hatten eine hohe Stabilität in unserem Kader, aber diese Weiterentwicklung Richtung Transfermarkt war nicht gegeben. Am Ende musst du dann auf Leihen gehen und schauen, das qualitativ Bestmögliche für dich in den Kader zu bringen.“
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Zumindest in diesem Punkt soll es im nächsten Sommer anders laufen. Werder plant nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung, für den jungen Innenverteidiger Karim Coulibaly einen zweistelligen Millionenbetrag einzunehmen. „Wir sprechen über einen 18 Jahre alten Innenverteidiger mit linkem Fuß, der in der Bundesliga Stammspieler ist. Dass da Interesse da ist, ist keine große Überraschung“, bestätigte Fritz im „Doppelpass“. (dpa/dj)
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