Kameramann sorgt für das einzige Licht beim Pokal-Spiel zwischen Billstedt und Victoria

Zeitweise sorgte ein Kameramann für das einzige Licht auf dem Platz. Foto: Kurt Krink

Spielabbruch im Pokal! Viertelfinalisten tappen plötzlich im Dunklen

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Zweikämpfe, Tore, Emotionen: Auf dem Feld hatte das Viertelfinal-Duell im Hamburger Lotto-Pokal zwischen dem SC Vorwärts-Wacker und dem SC Victoria viel zu bieten. Der auffälligste und letztlich spielentscheidende Protagonist trug jedoch kein Trikot: Gleich mehrfach gab das Flutlicht den Geist auf, Mitte der zweiten Halbzeit sorgte der dritte Ausfall schließlich für den Spielabbruch. 

Hinter dem Tor der Billstedter ragten die Häuserblöcke empor, in einigen Wohnungen brannte warmes Licht. Im Hintergrund klangen leise R’n’B-Hits der 2000er-Jahre vom Getränkestand herüber, unter den Zuschauern wurde über den HSV, St. Pauli, die Bundesliga diskutiert. Es war eine entspannte Stimmung, die kaum zum Geschehen auf dem Feld passte, wo es sofort mächtig zur Sache ging: Beide Teams waren körperlich gleich voll auf der Höhe, führten rassige, aber nie überharte Zweikämpfe. Die ersten sportlichen Highlights folgten in persona Darijo Maksimovic (8.) und Luca Reimers (11.) für „Vicky“, Michael Netzbandt scheiterte für Vorwärts-Wacker (9.).

Die Spieler standen sofort unter Strom, für die Beleuchtung galt das plötzlich nicht mehr: Nach 13 Minuten begannen die Flutlichter zunächst Strobo-artig zu flackern, ehe sie wenig später vollends den Geist aufgaben. Nach zwölf Minuten Unterbrechung schien das Problem behoben, ehe die Lichter erneut streikten. Nach einer weiteren, vierminütigen Unterbrechung wurde dann scheinbar endgültig der richtige Stecker gefunden.

Lotto-Pokal: Netzbandt bringt Vorwärts-Wacker in Führung

Die beiden Pausen schienen die Billstedter etwas besser verkraftet zu haben: Zunächst tauchte Evailton Fernandes nach einem Pressschlag plötzlich frei vor dem Tor auf, Victoria-Schlussmann Hendrik Rabe war aber rechtzeitig zurückgeeilt und entschärfte (30.). Wenig später war er dann aber chancenlos, als Michel Netzbandt nach feinem Steckpass zum 1:0 für den SCVW vollstreckte (39.). Die Führung nahmen die Gastgeber mit in die Pause, wenngleich zur ganzen Wahrheit gehört, dass Luca Palzer den Ausgleich gleich zweimal aus aussichtsreicher Position vergab (42., 45.+2). Auf der Gegenseite hätte Netzbandt allerdings auch erhöhen können (45.+6).

Die Ereignisse der ersten Hälfte hätten bereits für ein ganzes Spiel gereicht, überschlugen sich nach Wiederanpfiff jedoch erneut. Zunächst rein sportlich: Victoria kam emsig aus der Kabine und belohnte sich umgehend für den guten Start, Brian Baumjohann (51., FE) und Luca Dammann (55.) stellten das Spiel auf den Kopf. Vom Doppelschlag aufgeweckt, suchte Vorwärts Wacker gleich die Offensive, vergaß dabei aber die Abwehrarbeit ein wenig aus den Augen. Die Folge: Wachsende Lücken im Defensivverbund, die der auffällige Luca Palzer zur 3:1-Vorentscheidung nutzte (64.). 

Es wird zappenduster in Billstedt – Spielabbruch!

Alles deutete auf eine sportliche Entscheidung des Viertelfinalspiels hin, als sich ein alter Bekannter zurückmeldete: Erneut begann das Flutlicht zunächst zu flackern, um wenig später wieder vollständig die Arbeit einzustellen. Konnte in Durchgang eins noch der Dönerstand als Verursacher des Problems ausgemacht werden, herrschte diesmal Ratlosigkeit. Es war zappenduster am Öjendorfer Weg, zehn Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten. Als das Licht auch nach der obligatorischen halben Stunde, die die Unparteiischen auf eine Behebung des Problems warten müssen, nicht wieder ansprang, traf Schiedsrichter Thomas Bauer die befürchtete Entscheidung: Spielabbruch. 

Über das weitere Vorgehen wird nun das Sportgericht beraten, vermutlich kommt es zu einer Neuansetzung des Spiels. Angesichts des Spielverlaufs ist das für die Billstedter die deutlich bessere Nachricht als für „Vicky“.

Damit steht zunächst nur ein Halbfinalist im Lotto-Pokal fest: Im anderen Dienstags-Viertelfinale setzte sich der Eimsbütteler Oberligist HEBC beim Landesliga-Vertreter SC Nienstedten mit 1:0 durch. Gian Luca Verago erzielte in der 83. Minute das goldene Tor.

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Am Mittwochabend kommt es zu den beiden übrigen Partien in der Runde der letzten Acht. Dann trifft Eisenbahn Hamburg auf Pokalverteidiger Eintracht Norderstedt und der Bezirksligist Heidgrabener SV versucht sich gegen den Vorjahrs-Finalisten USC Paloma an der Sensation. 

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