Bei peinlicher Baumgart-Pleite: 16-Jähriger schreibt Bundesliga-Geschichte
Mit dem Ende der Sieglos-Serie wahrt der 1. FC Heidenheim seine Mini-Chance auf den Klassenerhalt in der Bundesliga. Dank des 3:1 gegen den 1. FC Union Berlin gelang dem Team von Trainer Frank Schmidt nach 15 Spielen ohne Dreier der ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Für Steffen Baumgart und seinen Verein wurde es derweil historisch und auch peinlich.
Matchwinner war Mathias Honsak, der in der ersten Halbzeit doppelt traf (9./36.). Union tat sich lange Zeit schwer und kam durch Leopold Querfeld nur zum zwischenzeitlichen 1:2 in der 75. Minute. Darauf antwortete Budu Zivzivadze mit einem Joker-Tor (79.). Ein weiterer Treffer des Georgiers in der Nachspielzeit wurde vom Schiedsrichter zurückgenommen.
Union-Talent Güther debütiert mit 16 Jahren und drei Tagen
Für den FCH war es erst der vierte Saisonsieg, in der Tabelle liegt der Klub mit 19 Punkten weiter auf dem letzten Platz. Die Berliner, bei denen der eingewechselte Linus Güther mit 16 Jahren und drei Tagen als zweitjüngster Spieler der Bundesliga-Historie Geschichte schrieb, sind im Mittelfeld noch nicht endgültig gerettet. „Wir wissen, dass wir ein großes Talent in den eigenen Reihen haben“, sagte Union-Trainer Steffen Baumgart zuletzt: „Es gibt Fußballer, die sind schwer zu verhindern. Wenn er gesund bleibt, klar bleibt und den Fußball so liebt wie bisher, kann er eine große Karriere machen.“
Die vergangenen Monate ohne Erfolgserlebnis waren laut Schmidt „für uns alle nur schwer zu ertragen“. Auch gegen die Gäste aus der Hauptstadt sah es erst einmal nicht nach einem Ende des Negativlaufs aus, denn Union kam zunächst immer wieder in die gefährlichen Räume und durch Derrick Köhn zur ersten Großchance (2.).

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Jubeln durften aber die Gastgeber. Marvin Pieringers Hereingabe fand Honsak, der das schnellste Heidenheimer Saisontor erzielte. Nur knappe zehn Minuten später zielte der aufgerückte Marnon Busch etwas zu ungenau.
Heidenheim-Fans hoffen wieder
Schmidt und seine Mannschaft konnten sich wie gewohnt auf die Unterstützung der eigenen Fans verlassen – trotz der akuten Abstiegsgefahr. Vor dem Spiel hatte der Coach von einem Friseur-Termin erzählt. „Der Erste, der mich gesehen hat, meinte: Wir steigen nicht ab.“ Er habe das Gefühl, dass die Menschen in der 50.000-Einwohner-Stadt an der Brenz dem Verein für die erfolgreiche Arbeit in den vergangenen Jahren etwas zurückgeben wollten.

Sein Team spielte von der Führung anscheinend beflügelt mutig nach vorn, hatte mehr Ballbesitz und kam durch Honsak zum zweiten Treffer. Diesmal verlängerte Kapitän Patrick Mainka einen Einwurf von Busch zum eingelaufenen Österreicher.
Während die Heidenheimer mit Ovationen in die Kabine verabschiedet wurden, stapfte Union-Coach Baumgart in Gedanken versunken vom Rasen. Es war eine peinliche Vorstellung seiner Mannschaft.
Union bleibt Heidenheims Lieblingsgegner in der Bundesliga
Lösungen fand seine Mannschaft auch nach dem Seitenwechsel erst einmal nicht. Weiter fehlte das Tempo, nur selten gab es zündende Ideen im Offensivspiel: Mal kam – wie schon im ersten Durchgang – der letzte Pass nicht an. Mal klärte die stets aufmerksame FCH-Defensive um Keeper Diant Ramaj konzentriert – wie beim Kopfball von Andrej Ilic in der 74. Minute. Wie so häufig bei Union sorgte der darauffolgende Eckball dann aber für den Anschlusstreffer durch Querfeld.
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Der Sieg der Gastgeber gegen ihren Lieblingsgegner Union – gegen keinen anderen Bundesligisten feierten die Heidenheimer mehr Bundesliga-Siege – geriet in der Schlussphase jedoch nicht mehr in Gefahr. Denn der eingewechselte Zivzivadze beseitigte die letzten Zweifel. (dpa/tb)
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