Fußball

Ungeheuerlicher Vorfall bei Krisensitzung? So will sich FIFA-Boss Infantino retten

Fahrzeug mit FIFA-Präsident Gianni Infantino fährt in Sale, Marokko, zu einem Führungstreffen vor.
Gianni Infantino wurde am Mittwoch im marokkanischen Salé ins FIFA-Afrika-Büro chauffiert.

FIFA-Präsident Gianni Infantino soll Marokko das WM-Finale 2030 in Aussicht gestellt haben – offenbar im Tausch gegen politische Unterstützung im Machtkampf an der Spitze des Weltverbandes. Nach mehreren Rückschlägen und dem wachsenden Widerstand gegen ihn steht der Schweizer massiv unter Druck.

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat Marokko offenbar das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2030 versprochen – und verlangt im Gegenzug Unterstützung durch das Land, um das Blatt im Machtkampf an der Spitze des Weltverbandes noch einmal zu wenden und international wieder Rückhalt zu gewinnen. Dies berichtete die „Times“ unter Berufung auf eine anonyme Quelle.

Der Schweizer, der am Mittwoch im FIFA-Afrika-Büro in Salé vor den Toren der marokkanischen Hauptstadt Rabat eine Krisensitzung mit hochrangigen Mitarbeitern abhielt, steht nach dem Scheitern seines Plans, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren zu verkaufen, unter erheblichem Druck.

FIFA dementiert Versprechen an Marokko

Infantino bemüht sich laut der „Times“ nun darum, Länder zu einer öffentlichen Unterstützungserklärung zu bewegen. Unter anderem der europäische Kontinentalverband UEFA hat sich bereits klar vom FIFA-Boss distanziert, in den vergangenen Tagen rückten zudem mehrere enge Mitarbeiter öffentlich vom Nachfolger von Sepp Blatter ab.

Die FIFA dementierte den „Times“-Bericht inzwischen. „Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der FIFA-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben. Eine Entscheidung wird von der FIFA zu gegebener Zeit getroffen“, teilte der Weltverband mit.

WM-Finale 2030 in Casablanca statt in Madrid?

Die WM-Endrunde 2030 findet auf drei Kontinenten statt, die meisten Spiele sollen in Spanien, Portugal und Marokko ausgetragen werden. Lange galt das aufwendig erneuerte Bernabéu-Stadion in Madrid als logischer Endspielort. Marokkos Regierung lässt jetzt in Casablanca das 115.000 Zuschauer fassende Hassan-II.-Stadion errichten. Nach Fertigstellung wäre es das größte Fußballstadion der Welt.

Die Frage des Endspielorts war dabei bislang ebenso ungeklärt wie die Größe des Teilnehmerfeldes. Nachdem bei der vor gut drei Wochen zu Ende gegangenen WM in den USA, Mexiko und Kanada erstmals 48 Nationalteams dabei waren, strebt Infantino (56) für die Endrunde in vier Jahren eine Ausweitung auf 64 Mannschaften an. (sid/mp)

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