TV-Termine, Regeln, verkürzte Spiele: So läuft der Finaltag der Amateure 2026
Fast acht Stunden Fußball, 21 Endspiele – und dabei ganz viele Emotionen! Fans aus ganz Deutschland können sich am Samstag auf einen XXL-Tag voller Amateurfußball freuen. In diesem Jahr wird ein Debüt-Pokalsieger aus Hamburg gekrönt werden, der sich wie alle anderen Titelträger für den DFB-Pokal qualifiziert. Doch das ist nur eine von zahlreichen Entscheidungen. Es stehen hochklassige Spiele an, gleich mehrere Derbys – und vier ganz spezielle Partien. Denn extra für die TV-Konferenz in der ARD mussten teilweise sogar die Regeln geändert werden. Die MOPO gibt einen Überblick über den Finaltag der Amateure 2026.
Wann ist der Finaltag der Amateure 2026?
Schon seit elf Jahren hat es Tradition, dass die Landespokal-Finalspiele in ganz Deutschland am selben Tag ausgetragen werden. Dieses Jahr hat sich der DFB das Pfingstwochenende dafür ausgesucht – der Finaltag der Amateure steigt am Samstag, den 23. Mai 2026. Ab 11.30 Uhr werden insgesamt 21 Landespokal-Endspiele ausgetragen.
Wo läuft der Finaltag der Amateure?
Wie jedes Jahr überträgt die ARD alle Spiele in einer Konferenz live im TV. Die erste Konferenz beginnt mit den Spielen um 11.30 Uhr, die zweite Welle folgt um 13.30 Uhr, am Nachmittag geht es um 15.30 Uhr weiter und die letzten vier Spiele starten um 16.30 Uhr. Bis zu zwei Millionen TV-Zuschauer sind jährlich dabei. Ausgewählte Spiele, zu denen auch das Hamburger Pokalfinale gehört, sind außerdem als Einzelspiel in voller Länge im Livestream bei Sportschau.de zu sehen. Die Einzel-Option gibt es für insgesamt 16 der 21 Spiele.
Wann spielen die Pokalsieger im DFB-Pokal?
Alle Pokalsieger der Landesverbände qualifizieren sich automatisch für die erste Runde im DFB-Pokal 2026/27. Dort winkt nicht nur ein attraktiver Gegner, sondern auch ein stattliches Preisgeld. In der vergangenen Saison gab’s für die Qualifikation zum DFB-Pokal eine Prämie in Höhe von 211.886 Euro vom DFB. Für einen Amateurverein kann das finanziell extrem lohnenswert sein. Die Auslosung ist am 6. Juni 2026 geplant, ausgetragen wird die erste Pokalrunde dann am Wochenende des 21. bis 24. August 2026. Auch der HSV und der FC St. Pauli werden im Lostopf sein.
Welche Vereine sind aus Hamburg dabei?
Im Finale des Lotto-Pokals des Hamburger Fußball-Verbands (HFV) treten der SC Vorwärts Wacker Billstedt und der HEBC gegeneinander an. Vorwärts Wacker hatte sich im Halbfinale überraschend mit 1:0 gegen den Oberliga-Spitzenreiter ETSV durchgesetzt, der HEBC zog im Elfmeterschießen gegen den USC Paloma ins Endspiel ein. In jedem Fall wird dort ein Premieren-Sieger gekrönt – denn beide Vereine haben noch nie den Hamburger Pokal gewonnen. Vorwärts Wacker unterlag zweimal im Endspiel (1998 gegen den FC St. Pauli II und 2011 gegen den Eimsbütteler TV), HEBC steht erst zum zweiten Mal nach 1983 (5:6 i.E. gegen den Hummelsbütteler SV) im Pokalfinale. Wie jedes Jahr findet das Finale wieder im Stadion Hoheluft statt, Anstoß ist bereits um 11.30 Uhr.
Welche Spiele sind sonst noch interessant?
Auch sonst stehen zahlreiche hochkarätige Spiele am Finaltag der Amateure auf dem Programm. Unter anderem steigt gleich zweimal ein Derby zwischen zwei Stadtrivalen: VfR Mannheim gegen Waldhof Mannheim (Baden) und Fortuna Köln gegen Viktoria Köln (Mittelrhein). Hochklassig wird auch das Finale in Bayern, bei dem die Würzburger Kickers gegen 1860 München antreten. Im Saarland treffen zudem mit dem 1. FC Saarbrücken und dem FC 08 Homburg zwei ehemalige Bundesliga-Klubs aufeinander. Einziger Sechstligist ist der SV Pastow, der in Mecklenburg-Vorpommern den Favoriten Hansa Rostock herausfordert.
Warum gibt es in Niedersachsen zwei Pokal-Endspiele?
Als einer der drei größten Landesverbände darf Niedersachsen neben Bayern und Westfalen gleich zwei Teilnehmer an der ersten DFB-Pokal-Runde stellen. Schon seit vielen Jahren gibt es deshalb zwei Landespokale in Niedersachsen: Profis (2. bis 4. Liga) und Amateure (5. Liga und tiefer). Im jährlichen Wechsel findet ein Endspiel am Finaltag der Amateure statt und eines an einem separaten Termin. Dieses Jahr ist das Amateur-Finale mit dabei, während das Profi-Finale zwischen dem SSV Jeddeloh II und dem SV Drochtersen/Assel einen Tag später – am Sonntag, den 24. Mai – ausgetragen wird. Bayern und Westfalen vergeben den zweiten Startplatz über die Liga.
Wieso sind vier Spiele am Finaltag der Amateure kürzer?
Traditionell steigt am Abend nach dem Finaltag der Amateure das DFB-Pokalfinale in Berlin, bei dem dieses Jahr der FC Bayern München und der VfB Stuttgart um den Titel spielen. Anstoß im Olympiastadion ist am Samstag bereits um 20 Uhr, die Vorberichterstattung in der ARD beginnt um 19 Uhr. Damit im TV trotzdem alle Entscheidungen im Landespokal gezeigt werden können, werden die Regeln der vier späten Spiele geändert. Alle Partien, die um 16.30 Uhr angepfiffen werden, gehen bei einem Unentschieden nach 90 Minuten nicht in die Verlängerung – sondern direkt ins Elfmeterschießen. So ist garantiert, dass sich die Entscheidung nicht mit dem Vorbericht fürs „große“ Finale im DFB-Pokal überschneidet.
Wer ist als Kommentator und Experte im TV dabei?
Von 11.30 Uhr bis 18.55 Uhr überträgt die ARD-„Sportschau“ die Landespokalspiele ohne Pause. Jedes Spiel hat dabei einen eigenen Kommentator, beim Pokalfinale in Hamburg ist das beispielsweise Moritz Kühn. Moderatorin ist den ganzen Tag lang Julia Scharf. Außerdem ist der Hamburger Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich, der gerade seine Karriere beendet hat, als Experte mit dabei.
Wer spielt wann beim Finaltag der Amateure?
Die Spiele um 11.30 Uhr
| Verband | Mannschaften (Liga) | Spielort |
| Hamburg | SC Vorwärts Wacker (5) – HEBC (5) | Stadion Hoheluft, Hamburg |
| Bremen | SV Hemelingen (5) – Leher TS (5) | BRZ-Arena, Oberneuland |
| Thüringen | Carl Zeiss Jena (4) – ZFC Meuselwitz (4) | Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena |
| Brandenburg | Energie Cottbus (3) – VfB Krieschow (5) | LEAG Energie Stadion, Cottbus |
| Schleswig-Holstein | SV Todesfelde (5) – 1. FC Phönix Lübeck (4) | Joda Sportpark, Todesfelde |
| Baden | VfR Mannheim (5) – Waldhof Mannheim (3) | Carl-Benz-Stadion, Mannheim |
| Berlin | VSG Altglienicke (4) – BFC Dynamo (4) | Mommsenstadion, Berlin |
Die Spiele um 13.30 Uhr
| Verband | Mannschaften (Liga) | Spielort |
| Niedersachsen | Lüneburger SK (5) – TuS Bersenbrück (5) | August-Wenzel-Stadion, Barsinghausen |
| Mecklenburg-Vorp. | SV Pastow (6) – Hansa Rostock (3) | Volksstadion, Greifswald |
| Südbaden | Bahlinger SC (4) – FC 08 Villingen (5) | Karl-Heitz-Stadion, Offenburg |
| Südwest | TSV Schott Mainz (4) – FK Pirmasens (5) | Arena Weingarten, Weingarten |
| Rheinland | TuS Koblenz (5) – Eintracht Trier (4) | Moselstadion, Trier |
| Sachsen-Anhalt | Germania Halberstadt (5) – Hallescher FC (4) | Leuna-Chemie-Stadion, Halle |
Die Spiele um 15.30 Uhr
| Verband | Mannschaften (Liga) | Spielort |
| Württemberg | Stuttgarter Kickers (4) – Sonnenhof Großaspach (4) | GAZi-Stadion auf der Waldau, Stuttgart |
| Niederrhein | MSV Duisburg (3) – SC St. Tönis (5) | Schauinsland-Reisen-Arena, Duisburg |
| Mittelrhein | Fortuna Köln (4) – Viktoria Köln (3) | Sportpark Höhenberg, Köln |
| Sachsen | FSV Zwickau (4) – FC Erzgebirge Aue (3) | GGZ-Arena, Zwickau |
Die Spiele um 16.30 Uhr
| Verband | Mannschaften (Liga) | Spielort |
| Hessen | Wehen Wiesbaden (3) – Barockstadt Fulda-Lehnerz (4) | Stadion am Biberer Berg, Offenbach |
| Bayern | Würzburger Kickers (4) – TSV 1860 München (3) | Akon Arena, Würzburg |
| Saarland | 1. FC Saarbrücken (3) – FC 08 Homburg (4) | Ludwigsparkstadion, Saarbrücken |
| Westfalen | SC Verl (3) – Sportfreunde Lotte (4) | Sportclub Arena, Verl |