Stuhl auf dem Feld, Fans im Innenraum: BVB-Stars provozieren Stuttgart
Diese Dortmunder sind einfach brutal! Dank eiserner defensiver Disziplin und maximaler offensiver Effizienz fuhr der BVB am Samstagabend in der Bundesliga dank zweier ganz später Treffer durch Karim Adeyemi (90.+3) und Julian Brandt (90.+6) einen mehr als schmeichelhaften 2:0-Erfolg beim VfB Stuttgart ein. Die sportlichen Ereignisse gerieten in den Schlussminuten jedoch jäh in den Hintergrund.
Die Unruhe nahm beim kollektiven Dortmunder Jubel nach dem ersten Treffer durch Adeyemi ihren Anfang: Der Offensivmann bejubelte seinen Führungstreffer direkt vor der „Cannstatter Kurve“, wo sich der harte Kern des Stuttgarter Anhangs versammelt. Adeyemi hatte sich bei seinem Jubel den Finger vor den Mund gehalten. Ob es diese Geste oder aber alleine die Ausgiebigkeit der Feierlichkeiten vor der Heimkurve war, die einige Stuttgarter Profis auf die Palme brachte, war zunächst nicht klar. Es entstand eine Rudelbildung, Schiedsrichter Robert Schröder schlichtete und schickte die Dortmunder zurück in ihre Hälfe. Die Fans blieben zu diesem Zeitpunkt noch ruhig.
Nach BVB-Doppelschlag: Fan-Eskalation stand kurz bevor
Das sollte sich nach dem zweiten Treffer durch Brandt drei Zeigerumdrehungen später ändern: Erneut war der BVB über rechts erfolgreich, erneut versammelten sich die Dortmunder an der Eckfahne rechts vor der VfB-Kurve, um das Tor zu bejubeln. Diesmal hatte auch der Anhang genug: Einige Fans stürmten von der Tribüne hinab in den Innenraum und gestikulierten wild in Richtung der BVB-Profis, ein Stuhl flog auf das Spielfeld. Die aufgebrachten Anhänger machten jedoch vor der Werbebande Halt, so dass eine größere Eskalation ausblieb.

Parallel entzündete sich zwischen den Spielern auf dem Feld eine weitere Rudelbildung, an deren Ende Julian Ryerson aufseiten des BVB sowie Atakan Karazor für den VfB die Gelbe Karte sahen. Ein bewusst eskalationsförderndes Verhalten der Dortmunder war jedoch abermals nicht zu erkennen.
Zur kollektiven Stuttgarter Wut dürfte wohl auch der Spielverlauf beigetragen haben: Die Schwaben waren über nahezu die gesamte Spieldauer das überlegene Team, fanden im bestens geordneten Defensivverbund der Gäste aber kaum eine Lücke. Auf der Gegenseite hielt sich Schwarz-Gelb in der Offensive höflich zurück, um in der Nachspielzeit mit seinen ersten (!) beiden Großchancen des Spiels den Sieg einzutüten.
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Fest steht: Der nächste Gast in der MHP-Arena wird auf einen VfB mit mächtig Wut im Bauch treffen. Das Vergnügen hat: der HSV. Die Mannschaft von Merlin Polzin tritt am nächsten Sonntag (17.30 Uhr) im Ländle an.
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