Daniel Thioune am Spielfeldrand zeigt sich emotional

Pleite beim Debüt: Daniel Thioune und Werder hatten in Freiburg das Nachsehen. Foto: imago/Nordphoto

„So geht es nicht!“ Werder stürzt nach Thioune-Premiere auf Relegationsplatz

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Eine Steigerung, aber keine Punkte: Der Einstand von Daniel Thioune als Trainer von Werder Bremen ist missglückt. Die Norddeutschen verloren das erste Spiel nach der Entlassung von Horst Steffen trotz langer Überzahl mit 0:1 (0:1) beim heimstarken SC Freiburg und stürzten auf Relegationsplatz 16, die Not im Abstiegskampf wird immer größer. Seit elf Partien und damit länger als jeder andere Bundesligist wartet Bremen auf einen Dreier, zuletzt hatte Werder in der Saison 2017/18 eine solche Negativserie.

Jan-Niklas Beste (13.) versaute mit seinem sehenswerten Treffer Thioune das Premieren-Spiel in der deutschen Eliteklasse. Bremen zeigte zwar defensiv eine solide Leistung, offensiv fehlte allerdings selbst nach der Roten Karte für Johan Manzambi (52., nach Videobeweis) die Durchschlagskraft. Freiburg blieb derweil im neunten Heimspiel nacheinander ungeschlagen und eroberte Platz sieben zurück.

Er sei „Trainer, kein Zauberer“, kündigte Ex-HSV-Coach Thioune nach seinem Amtsantritt am Mittwoch an: „Drei Tage werden nicht reichen, um auf alles Einfluss zu nehmen. Es steht noch sehr viel an.“ In der Kürze der Zeit könne er keine „komplett neue Idee“ einbringen, es gehe um „Energie, Zuspruch, Unterstützung“. Gegenüber seinem Vorgänger Steffen nahm er nur eine Änderung in der ersten Elf vor, Keke Topp spielte vor 34.700 Zuschauern für Samuel Mbangula (Bank).

Werder Bremen auch unter Thioune kreativlos

Die Bremer waren in der Anfangsphase griffig in den Zweikämpfen, Thioune klatschte an der Seitenlinie schon für kleine Aktionen immer wieder Applaus. Nach einem Fallrückzieher von Justin Njinmah musste SC-Schlussmann Noah Atubolu sein ganzes Können zeigen, ehe Freiburg im Gegenzug mit dem ersten Angriff traf: Beste schlenzte aus halbrechter Position traumhaft mit links ins lange Eck – es war sein erstes Pflichtspieltor im 28. Einsatz für die Breisgauer.

Fast hätte Igor Matanovic per Kopf für den Doppelschlag gesorgt, doch Mio Backhaus parierte glänzend (17.). In Folge verflachte die Partie zunehmend. Bremen hatte zwar etwas mehr Ballbesitz, im Spiel nach vorne fehlte aber gänzlich die Kreativität. Kurz nach der Pause durfte Werder dann allerdings in Überzahl ran, Manzambi hatte Olivier Deman mit offener Sohle am Schienbein getroffen.

Beim Debüt von Werder-Trainer mussten sich Keke Topp & Co. mit einem 0:1 gegen den SC Freiburg geschlagen geben imago/Nordphoto
Keke Topp und Patrick Osterhage kämpfen um den Ball
Beim Debüt von Werder-Trainer mussten sich Keke Topp & Co. mit einem 0:1 gegen den SC Freiburg geschlagen geben

Werder in zweiter Hälfte spielbestimmend, aber ohne Chancen

Doch die personelle Überlegenheit brachte erstmal kaum Ertrag. Die Thioune-Elf erhöhte zwar den Druck, brachte die Freiburger Abwehr um Matthias Ginter in dessen 400. Bundesliga-Spiel aber kaum in Bedrängnis. Auf der Gegenseite blieb der Sport-Club bei Kontern und Standards gefährlich. Erst nach Umstellung auf Viererkette kam Werder öfter in den Strafraum, Joker Mbangula verzog nur knapp (67.).

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Yuito Suzuki traf mit einem präzisen Flachschuss von der Strafraumkante zur vermeintlichen Vorentscheidung (77.). Schiedsrichter Deniz Aytekin nahm den Treffer allerdings nach Beratung mit seinem Assistenten an der Linie zurück. Suzuki hatte Felix Agu vor seinem Abschluss leicht gezogen, Trainer Schuster war außer sich. Bremen lief in der Schlussphase weiter an, der späte Ausgleich wie in der Vorwoche gegen Borussia Mönchengladbach gelang aber nicht mehr.

Thioune: „Das Bemühen war da“

„Wir wissen um die Situation, die müssen wir annehmen und hart weiterarbeiten“, sagte Peter Niemeyer, Leiter Profifußball bei Werder, bei Sky: „Es gilt, eng zusammenzurücken, gemeinsam aus dieser Situation rauszukommen und den Rucksack wegzuschmeißen.“ Kapitän Marco Friedl wurde deutlich: „Es reicht nicht, wenn wir die Dinger nicht machen, dann werden wir es dieses Jahr nicht schaffen. Es muss eine Veränderung her, so geht es nicht. Wir werden unser blaues Wunder erleben.“

Das Fazit von Thioune: „Das Bemühen war da, die Konsequenz hat gefehlt. Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft Bock darauf hat, Ergebnisse zu erzielen. Im Moment ist nicht das Selbstvertrauen da, was es braucht, um in Freiburg mehr zu holen. Auf die letzten beiden Tage im Training lässt sich aufbauen, denn die Mannschaft ist gewillt. Zwischen Tor des Jahres und Tor des Tages lagen heute nur 20 Sekunden, die mir nicht gefielen.“

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