Fußball
Sie ist klare Infantino-Kritikerin: Wird diese starke Frau neue FIFA-Präsidentin?
Sepp Blatter wurde selbst wegen Verstößen gegen die Ethikregeln verurteilt. Der ehemalige FIFA-Präsident setzt sich jetzt für eine Norwegerin als Infantino-Nachfolgerin ein.
Nach der Kritik an FIFA-Boss Gianni Infantino wegen eines gescheiterten Investorendeals hat sich sein Vorgänger Joseph Blatter für Norwegens Verbandschefin als Nachfolgerin ausgesprochen.
„Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der FIFA ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt“, schrieb Blatter (90) im Kurznachrichtendienst X.
Lise Klaveness deserves the utmost respect. She was the only one who always took a clear stand and did not go along with the mainstream. And at FIFA, the time is right for a woman to take the lead. #liseklaveness #norgesfotballforbund #norge #fifa #gianniinfantino #lise4president…
— Joseph S Blatter (@SeppBlatter) 4. August 2026
Der Schweizer hatte im Zuge des Korruptionsskandals im Mai 2015 seinen Rücktritt als Präsident des Fußball-Weltverbands angekündigt und war Anfang 2016 von seinem Landsmann Infantino abgelöst worden. Seitdem kritisiert Blatter seinen Nachfolger scharf.
Blatter schlägt Klaveness als FIFA-Präsidendtin vor
Infantino steht nun heftig in der Kritik. Der 56-Jährige wollte WM-Rechte an private Investoren verkaufen. Er musste dieses milliardenschwere Vorhaben, das vielerorts als Ausverkauf des Fußballs bezeichnet wurde, nach massivem Widerstand von Verbänden und der Öffentlichkeit wieder aufgeben.
Klaveness (45) ist eine kritische Stimme im Weltfußball, die sich etwa für Frauenrechte einsetzt. Eine Frau an der Spitze des Weltverbandes wäre eine Premiere, bislang hatten nur Männer das Präsidentenamt inne.
Lise Klaveness mit Klartext zur FIFA und Infantino
Die frühere Nationalspielerin führt seit 2022 den norwegischen Verband (NFF) als Präsidentin und zeigte international bereits mehrfach klare Kante. Kurz nach ihrem Amtsantritt hielt sie beispielsweise auf dem FIFA-Kongress in Doha eine flammende Rede, in dem sie den Weltverband für die WM-Vergabe an Katar kritisierte. Auch nach der fragwürdigen Verleihung des Friedenspreises der FIFA an Donald Trump erhob sie ihre Stimme und schloss sich mit ihrem Verband einer Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare an.
Infantino will sich eigentlich am 18. März kommenden Jahres in Rabat (Marokko) für eine dritte und letzte Amtszeit von vier Jahren als FIFA-Chef wählen lassen. Kandidaten müssen bis zum 18. November ihre Bewerbung einreichen. (dpa/sid/mkw)
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