Schlecht für HSV und St. Pauli: So hat Urs Fischer Mainz wachgeküsst
In übermäßige Euphorie verfiel Heilsbringer Urs Fischer nicht. „Es ist noch ein langer Weg“, sagte der Trainer des FSV Mainz 05 nach dem überraschenden 2:1-Erfolg bei RB Leipzig. Es war aber ein gewaltiges Zeichen im Abstiegskampf der Bundesliga, das zu großen Teilen auf das Konto des neuen Cheftrainers geht. Der Schweizer hat Mainz (steht mit jetzt 18 Punkten auf Platz 16) wach geküsst und ist auf dem besten Weg, das Team aus dem Tabellenkeller zu führen. Und das ist keine gute Nachricht für die direkten Konkurrenten HSV (19 Punkte) und FC St. Pauli (14 Punkte).
Während die rund 1200 mitgereisten Mainz-Fans in der Red Bull Arena ausgelassen feierten, blieb Fischer gewohnt nüchtern. „Es sind noch 14 Spiele, es sind noch viele Punkte. Wir haben den Anschluss geschafft, und das muss auch eine gewisse Zuversicht geben“, sagte der 59-Jährige. Für Fischer zählt weniger der Moment als die Perspektive – und die ist für Mainz erstmals seit Wochen wieder positiv.
Mainz-Spieler loben Urs Fischer
Dabei hätte der Trainer durchaus Grund für Euphorie. In seinen ersten sieben Spielen holte Mainz stolze zwölf Punkte – doppelt so viele wie in den ersten 13 Saisonspielen zuvor. Seit Fischer im Dezember die Nachfolge von Bo Henriksen angetreten hat, ist die Trendwende offensichtlich und trägt klar die Handschrift des früheren Trainers von Union Berlin.

Das Selbstvertrauen kehrt in die Mannschaft zurück. „Urs Fischer und sein Team stellen uns super auf die Spiele ein. Das sieht man von Spiel zu Spiel, und wir lernen relativ schnell“, lobte Winterzugang Phillip Tietz seinen neuen Trainer. Die Mainzer wirken strukturierter, kompakter und vor allem wieder konkurrenzfähig, auch gegen stärker eingeschätzte Gegner.
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So auch in Leipzig. Auch nach Rückstand durch Conrad Harder (40.) kam Mainz schnell zurück und drehte durch einen Foulelfmeter von Nadiem Amiri (40.+6) und den eingewechselten Winter-Neuzugang Silas (49.) das Spiel.
Mainzer wollen „punkten, punkten, punkten“
Trotz des klaren Aufwärtstrends bleibt die Lage jedoch angespannt, Mainz liegt weiterhin auf dem Relegationsplatz. „Den Anschluss haben wir geschafft, aber mehr noch nicht. Jetzt dürfen wir uns über diesen Sieg ein, zwei Tage freuen, aber dann gilt es, die nächste Aufgabe anzugehen“, sagte Fischer. Mit dem FC Augsburg kommt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ein ebenfalls formverbesserter Gegner aus dem Tabellenkeller. Man wolle „punkten, punkten, punkten“, gab Innenverteidiger Stefan Bell die Marschroute vor. Und genau das ist die Disziplin, in der Urs Fischer bekanntlich zu Hause ist. (sid/lam)
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