Saison-Aus? Bayer-Partie von schlimmer Verletzung überschattet
Müde, mutlos, mittelmäßig: Bayer Leverkusen hat sich im Rennen um die begehrten Champions-League-Ränge einen weiteren Ausrutscher erlaubt. Eine Woche nach der Pleite in Berlin reichte es für die wackelige Werkself gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 nur zu einem 1:1 (0:0) – ein weiterer herber Rückschlag für den ambitionierten Vizemeister. Zudem gibt es große Sorgen um den Brasilianer Arthur.
Der 22-Jährige blieb kurz vor der Halbzeitpause im Rasen hängen, ging zu Boden und schrie vor Schmerzen. Nach mehrminütiger Behandlung mussste er vom Feld getragen werden. Eine Diagnose steht noch aus, es wird aber eine schwerere Knieverletzung befürchtet. Im Worst Case könnte diese sogar das Saison-Aus für Arthur bedeuten. Trainer Kasper Hjulmand erklärte auf der Pressekonferenz nach der Partie, dass der Pechvogel bereits ins Krankenhaus eingeliefert worden sei. Die Verletzung sei „sehr hart für den Spieler“.
Leverkusens Arthur blieb gegen Mainz im Rasen hängen
Bayer enttäuschte zuvor und ließ in beiden Hälften alles vermissen, was ein Topteam benötigt. Immerhin verhinderte Leverkusen dank Jarell Quansah (88.) die nächste Niederlage, nachdem Sheraldo Becker (67.) die Gäste in Führung gebracht hatte. Am Sonntag könnten die Konkurrenten RB Leipzig und VfB Stuttgart ihren Vorsprung vorerst ausbauen. Im engen Tabellenkeller sorgten die Mainzer von Trainer Urs Fischer durch den Punktgewinn für einen Achtungserfolg.

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Viel Zeit zur Erholung war Bayer nach dem Achtelfinal-Einzug in der Champions League nicht geblieben. Es gebe jedoch „keine Entschuldigung“, betonte Hjulmand zum Start in eine „sehr wichtige Woche“ im Kampf um die Königsklasse. Es folgen die wegweisenden Partien am Mittwoch beim HSV und am nächsten Samstag beim SC Freiburg.
Becker trifft für den FSV – Quansah gleicht spät aus
Zum Start in den Bundesliga-Dreierpack fehlten Leverkusen aber Tempo, Überzeugung und Ideen. Nach den dürftigen Auftritten bei Union Berlin (0:1) und gegen Olympiakos Piräus (0:0) blieb Bayer erneut vieles schuldig. In dieser Form dürfte die Werkself im Achtelfinale der Champions League gegen den FC Arsenal nicht den Hauch einer Chance haben.
Weil auch die kompakt und tief verteidigenden Mainzer, die kurzfristig auf Nationalspieler Nadiem Amiri (Ferse) verzichten mussten, nichts riskierten, plätscherte die Partie ereignislos vor sich hin. Einzig ein Handelfmeter blieb Bayer verwehrt, weil Alejandro Grimaldo in der Entstehung im Abseits gestanden hatte (42.). Und dann vergrößerte Arthur unmittelbar vor dem Seitenwechsel die Personalsorgen.
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Hjulmand, der die Mainzer in der Saison 2014/15 recht erfolglos betreut hatte, sah im zweiten Durchgang nur wenige Verbesserungen. Er brachte zwar Ibrahim Maza und Martin Terrier, das Offensivduo belebte das Spiel jedoch kaum. Es dauerte über eine Stunde, bis Patrik Schick aus kurzer Distanz zum ersten gefährlichen Bayer-Abschluss kam (63.). Die Mainzer lauerten dagegen geduldig – und schlugen eiskalt zu. Becker vollendete die erste Offensivaktion des FSV nach der Pause mit einer Direktabnahme zur Führung. Bayer hatte unmittelbar zuvor einen Strafstoß gefordert, weil Schick im Strafraum gehalten worden war. Quansah rettete spät immerhin einen Punkt. (sid/mp)
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