Sven Jablonski gestikuliert klar gegenüber von Joshua Kimmich und Waldemar Anton.

Sven Jablonski zeigte am Samstagabend eine sehr gute Leistung im Topspiel und erhielt die Note 2,5 vom Kicker. Foto: imago/Jan Huebner

„Lanze brechen“: Sonderlob für einen Hauptdarsteller beim Topspiel

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Der Klassiker am Samstagabend hielt, was er im Vorhinein versprochen hat. Der FC Bayern besiegt in einem turbulenten Spiel Verfolger Borussia Dortmund und nun sollte eigentlich feststehen: Dem Rekordmeister ist die Meisterschale nicht mehr zu nehmen. Bei elf Punkten Vorsprung auf den BVB bräuchte es ein großes Fußballwunder, damit noch einmal Spannung in die Meisterschaft kommt. Doch abgesehen vom Spielverlauf und Spielern wie Harry Kane, der zwei Tore zum Sieg beisteuerte sowie Joshua Kimmich, der den Siegtreffer erzielte sowie ein weiteres brillant vorbereitete, sollte auch der Schiedsrichter Sven Jablonski für seine Leistung gelobt werden.

Denn dieser hatte keinen leichten Stand. Im Hinspiel, als der FC Bayern zu Hause mit 2:1 gegen den BVB gewann, stand Schiedsrichterkollege Bastian Dankert im Fokus. Er hatte ein vermeintliches Foul an BVB-Stürmer Serhou Guirassy vor dem 1:0 nicht gepfiffen, was Dortmund-Trainer Niko Kovac im Nachhinein scharf kritisierte: „Er hat heute so gepfiffen, dass er das auch hätte abpfeifen müssen. Er hat alles zerpfiffen, und wenn er alles abpfeift, dann ist das für mich ein klares Foul.“

Jablonski im Elitekreis der UEFA-Schiris

Die Dortmunder fühlten sich im Oktober unfair behandelt und so kam es, dass am gestrigen Abend Sven Jablonski das Spiel leiten durfte. Der in Bremen wohnhafte Spielleiter wurde erst im Januar von der UEFA in den exklusiven Kreis der 35 Elite-Schiedsrichter befördert und pfeift eine der besten Spielzeiten in seiner Karriere. Denn da, wo an so gut wie jedem Spieltag über strittige Entscheidungen, VAR-Eingriffe und Handspielregeln diskutiert wird, steht Jablonski für Kommunikation auf Augenhöhe, faire Spiele und einer langen Leine bei Entscheidungen.

Jablonski diskutierte im Samstagabendspiel viel mit den Spielern, war klar in der Kommunikation und wies auch mal einen Superstar wie Harry Kane zurück. Bei insgesamt 105 Zweikämpfen und 25 Foulspielen, verteilte der Bremer lediglich eine gelbe Karte an Abwehr-Chef Nico Schlotterbeck in der 20. Minute, die es aber auch in sich hatte. Bei einer heftigen Grätsche von Schlotterbeck an Josip Stanisic trifft der Dortmunder den Bayern-Star am Knöchel. Kapitän Joshua Kimmich lief auf direktem Wege zum Schiedsrichter und forderte die Rote Karte. Auch BVB-Kapitän Emre Can kam dazu, wie später auf der Schiri-Cam bei Sky zu sehen ist. Jablonski blieb jedoch ruhig, bewerte das Foul mit einer gelben Karte, da Schlotterbeck vorher den Ball spielte. Diese Szene war zwar strittig, denn aus Sicht vieler hätte Jablonski auch Rot geben können, doch durch klare Worte und Entscheidungen, begründete der Schiedsrichter seine Entscheidung und schaffte es im Verlaufe des Spiels, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Darüber hinaus besaß der Spielleiter eine Großzügigkeit, die dem Spiel guttat und nicht die Emotionen bei kritischen Entscheidungen hochkochen ließ.

War auch klar in der Gestik: Sven Jablonski imago/Uwe Kraft
War auch klar in der Gestik: Sven Jablonski

Experten und auch BVB-Trainer loben Leistung vom Schiri

Valentina Maceri, Sportjournalistin, lobte im Sport1-Doppelpass den Schiedsrichter für seine Leistung, „weil man sieht, wie schwierig es ist, diese 22 Mann auf dem Platz zu leiten.“ Spieler beider Vereine hätten sich nach dem Spiel bei Sven Jablonski für dessen Spielführung bedankt, so Kai Traemann, Medienberater & Mentaltrainer. Jede Anweisung, die er in den Szenen gegeben hat, war im Endeffekt für jeden Spieler verständlich“, fügte Sport1-Experte Stefan Effenberg im Doppelpass hinzu.

Niko Kovac hatte bereits nach dem Abpfiff die Gelegenheit genutzt, Jablonski zu loben. „Ich möchte mal eine Lanze für den Schiedsrichter brechen. Er hat heute meines Erachtens ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagte der BVB-Coach: „Da will ich jetzt nicht irgendwie irgendwas infrage stellen. So stelle ich mir eine gute Schiedsrichter-Leistung vor.“ Das Fazit des BVB-Trainers war somit sehr viel positiver als noch im Hinspiel.

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Für Sven Jablonski war es übrigens nach dem Spiel in der Hinrunde 2024 sein zweiter Einsatz im „Deutschen Clasico“. (ea)

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