Popp-Einlauf für Männer-Klubs: „Müssen verdammt noch mal was tun!“
Die frühere DFB-Kapitänin Alexandra Popp hat den Männer-Profiklubs ein teilweise halbherziges Engagement im Frauenfußball vorgeworfen.
„Wir haben einige Lizenzvereine, in der zweiten Bundesliga, in der ersten Bundesliga, da hat man das Gefühl: Ja, sie haben eine Frauen-Abteilung gegründet. Sie machen auch ein bisschen was, aber eigentlich könnten sie viel mehr tun und sie hätten es schon schneller professionalisieren können“, sagte die 35-jährige Popp bei einer Pressekonferenz zu ihrem bevorstehenden Abschied beim VfL Wolfsburg.
Popp verlässt den Klub im Sommer nach 14 Jahren mit zahlreichen Titeln und wechselt zum Zweitliga-Aufstiegskandidaten Borussia Dortmund. Beim BVB sehe man die Entwicklung „extrem“. Die Olympiasiegerin nannte als positive Beispiele auch die aufstrebenden Frauenteams beim VfB Stuttgart und FSV Mainz 05 und beim Erstligisten 1. FC Union Berlin. „Die einen tun mehr, die anderen tun ein bisschen weniger“, sagte Popp.
Popp bemängelt den England-Trend
Dass es inzwischen immer mehr Nationalspielerinnen in die starke englische Liga zieht, sieht die 145-fache Nationalspielerin kritisch: „Ich glaube, das ist nicht gerade positiv. Das müsste eigentlich den Vereinen zeigen, dass wir verdammt noch mal was tun müssen.“ Den Spielerinnen gehe es dabei aber ihrer Ansicht nach „nicht zwingend ums Geld: Die wollen die Komfortzone auch mal überwinden und was Neues erleben.“
Das könnte Sie auch interessieren: „Null Toleranz“: DFB-Vizepräsidentin reagiert auf Hasskommentare gegen Eta
Popp kuriert gerade einen Muskelfaserriss in der Wade aus und will unbedingt beim DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München am 14. Mai (16 Uhr/ZDF) in Köln noch einmal auf dem Platz stehe. „Bisher läuft es sehr gut, wir sind sehr zuversichtlich, dass es funktionieren wird“, sagte die Stürmerin. (dpa/ch)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.