Luca Reggiani schaut ernst

Luca Reggiani könnte zu einer wichtigen Figur der nächsten BVB-Saison werden. Foto: imago/Kirchner-Media

Playoffs: BVB-Coach Kovac muss gegen Bergamo auf 18-Jährigen setzen

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Im eisigen Regen liefen die Profis von Borussia Dortmund am Montag auf den Platz, dick eingepackt, teilweise waren nur die Augen zu sehen. Erst bei genauerem Durchzählen fiel auf, was der BVB wenig später verkündete: Weder Nico Schlotterbeck noch Niklas Süle trainierten mit – vor den „Schicksalstagen“ haben sich die ohnehin großen Abwehrsorgen dramatisch verschärft. Eine Chance könnte daraus für BVB-Juwel Luca Reggiani (18) entstehen.

Auch das noch! Beim Playoff-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo am Dienstag (21 Uhr/Prime Video) muss das allerletzte Aufgebot verteidigen. Denn Emre Can und Filippo Mane, das war schon klar, fehlen auch. Wahrscheinlich muss Trainer Niko Kovac auf Reggiani setzen: Der junge Italiener mit der Erfahrung von 46 Profi-Minuten hat am Freitag erstmals vor der Südtribüne gespielt.

Kovac über Reggiani: „Macht er richtig gut“

Reggiani ist seit der U17 in der BVB-Jugend. Zuvor spielte er in der Jugend der italienischen US Sassuolo Calcio. Seine ersten Bundesliga-Sekunden sammelte der 18-Jährige vor zwei Wochen im Spiel gegen den VfL Wolfsburg (2:1). „Ich bin sehr, sehr glücklich. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, dass ich auf diesem Platz stehe, mit diesen Spielern, mit dieser Mannschaft – das ist sehr schön“, sagte Reggiani nach seinem 36 Sekunden andauernden Debüt.

Niko Kovac herzte Luca Reggiani nach dessen Heimspiel-Debüt gegen Mainz. IMAGO/DeFodi Images
Niko Kovac umarmt Luca Reggiani
Niko Kovac herzte Luca Reggiani nach dessen Heimspiel-Debüt gegen Mainz.

Der 1,94 Meter große Innenverteidiger könnte durch die vielen Ausfälle auf seiner Position in den kommenden Wochen eine zentrale Rolle unter Kovac spielen. „Ich habe ihn jetzt im Training beobachtet – das macht er richtig gut. Sollte es wieder notwendig werden, habe ich keine Scheu, ihn einzusetzen“, sagte der Trainer zuletzt über sein Defensiv-Juwel.

Vor dem Vierklang der Entscheidungsspiele in nur zwölf Tagen waren die Ausfälle eine ordentliche Stimmungsbremse. Bergamo, Leipzig, Bergamo. Und dann auch noch die Bayern! Über Wohl und Wehe der Borussia in dieser Saison wird in den kommenden beiden Wochen entschieden. „Jetzt gibt es nur noch siegen oder fliegen“, sagte Kovac vor dem ersten K.o.-Duell: „Wir haben vier verletzte Innenverteidiger, werden aber schon eine Lösung finden.“

„In der Champions League muss noch eine Schippe draufgelegt werden“

Bestens immerhin, dass ein einstiges Sorgenkind genau zur richtigen Zeit wieder als Siegesbringer glänzt. Serhou Guirassy hat nach zwischenzeitlicher Sieben-Spiele-Flaute sechs Tore in sechs Ligaspielen erzielt. „Seine Reaktion war sensationell gut“, lobte Kovac, „seine Tore erhöhen die Wahrscheinlichkeit, Spiele zu gewinnen.“

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In der Bundesliga, ja. Besonders aber in der Champions League. Denn auf der größten Bühne hat der BVB bitter erfahren, dass mit steigender Qualität der Gegner die gewünschten Ergebnisse ausbleiben. So war es bei Juventus Turin (4:4), bei Manchester City (1:4), bei Tottenham Hotspur (0:2) oder zuletzt gegen Inter Mailand (0:2).

„Wir haben gesehen, dass wir Probleme hatten“, betonte Kovac, er forderte: „In der Champions League muss eine Schippe draufgelegt werden.“ Obwohl Atalanta, Europa-League-Sieger von 2024, nicht strahlend im obersten Regal möglicher Rivalen steht.

Es geht um Millionen

International bekannte Spieler sind im Kader des Tabellensechsten der Serie A rar – in die Playoffs kam der Klub im Zeichen der Atalante, einer jungfräulichen Jägerin aus der griechischen Mythologie, durch Siege gegen Chelsea, Brügge, Eintracht Frankfurt und Marseille. Bergamo verlor aber auch gegen Union Saint-Gilloise. Die Auslosung? Schon „in Ordnung“, befand Kovac.

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Dennoch könnte der BVB, Überraschungsfinalist von 2024, erstmals seit 2022 wieder vor dem Achtelfinale scheitern. „Wir brauchen zwei richtig gute Leistungen“, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl. Schließlich geht es ums Prestige – und um viele Millionen Euro. Da kommen Verletzungssorgen gar nicht gelegen. Gegen Mainz 05 (4:0) hatte Süle mit Oberschenkelbeschwerden rausgemusst, Reggiani ersetzte ihn. Schlotterbeck hat muskuläre Probleme.

Dem BVB droht der Ausfall von Nico Schlotterbeck, Emre Can und Niklas Süle (v.l.). IMAGO / Team 2c
Nico Schlotterbeck, Emre Can, Niklas Süle
Dem BVB droht der Ausfall von Nico Schlotterbeck, Emre Can und Niklas Süle (v.l.).

Dabei wäre ein solider Abwehrblock Gold wert in zwei Wochen, nach denen „wir die Situation hoffentlich genauso positiv beäugen können“, wie Kehl es formuliert. Schließlich ist das knifflige Duell bei RB Leipzig zwischen den Bergamo-Spielen ein Pflichtsieg für den BVB, wenn er am 28. Februar gegen den FC Bayern noch einmal Feuer ins Titelrennen bringen will. (dpa/lam)

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