Bayer-Boss Rolfes kontert Hoeneß-Wutanfall – DFB lehnt Bayern-Einspruch ab
Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes kann die heftige Kritik von Uli Hoeneß nach dem 1:1 zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München nicht nachvollziehen. „Nein, verstehe ich nicht und sehe ich auch nicht so“, sagte Rolfes.
Der 44-jährige Rolfes führte aus: „Es gab mit Sicherheit Situationen, die durch den Videoschiedsrichter überprüft worden sind, wo dann ein bisschen Unterbrechung war. Aber ansonsten hat der Schiedsrichter das Spiel laufenlassen. Es gab Spielfluss, es gab Torraumszenen, es gab Zweikämpfe im Mittelfeld oder auf dem Platz.“ Rolfes ergänzte: „Da habe ich schon ganz andere Spiele erlebt, obwohl ich ein bisschen jünger bin.“
Rolfes bezieht sich auf Hoeneß-Äußerungen
Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß hatte in der „Bild“ über das Schiedsrichterteam um Hauptreferee Christian Dingert gesagt: „Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.“

Dingert hatte im Bundesliga-Topspiel am Samstag auch die beiden Münchner Nicolas Jackson und Luis Díaz des Feldes verwiesen. Jackson sah Rot, Díaz Gelb-Rot. Zudem wurden zwei Bayern-Tore von Jonathan Tah und Harry Kane jeweils wegen eines vorangegangenen Handspiels aberkannt.
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Das Spiel endete, trotz der doppelten Bayern-Unterzahl, mit einem 1:1-Unentschieden. Die Punkteteilung sollte jedoch nicht zum Hauptthema werden. Es folgten Diskussionen über die Schiedsrichter – die Bayern fühlten sich betrogen.
DFB lehnt Bayern-Einspruch ab
In der Folge hatten die Münchner Einspruch gegen die Gelb-Rote Karte für Luis Diaz eingelegt. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den Einspruch jedoch abgeschmettert. Der Protest wurde „im Einzelrichterverfahren als unbegründet verworfen“, teilte der DFB mit.
Damit ist Diaz im nächsten Spiel gegen den 1. FC Union Berlin am kommenden Samstag gesperrt. Die Bayern können gegen dieses Urteil innerhalb von 24 Stunden beim Sportgericht allerdings noch einmal Einspruch einlegen.
Gelb-Rot zieht hitzige Debatte nach sich
„Dass die Entscheidung des Schiedsrichters unter Berücksichtigung der Fernsehbilder wahrscheinlich so nicht erfolgt wäre, ist für die sportgerichtliche Wertung nicht erheblich. Entscheidend ist, dass sich der Vorgang als Tatsachenentscheidung darstellt, die nur dann korrigiert werden kann, wenn sie gravierend, offenkundig und ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig ist. Das ist hier nicht der Fall“, begründete Stephan Oberholz, Chef des DFB-Sportgerichts, die Entscheidung.

Schiedsrichter Christian Dingert hatte den Platzverweis für Diaz nach der Partie als Fehler bezeichnet. „Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben“, sagte der 45-Jährige zur zweiten Gelben Karte für den Bayern-Stürmer wegen einer vermeintlichen Schwalbe.
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Das aggressive Vorgehen des Bundesliga-Spitzenreiters in dem Fall sorgte wiederum für großes Unverständnis beim früheren Nationalspieler und Bayern-Profi Dietmar Hamann. „Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig. Du musst doch auch mal in der Niederlage – die es ja nicht mal war – das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht“, kritisierte Hamann die Bayern-Führung. (dpa/lam)
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