„Nicht in Ordnung“: Hoeneß kritisiert Nagelsmann

Uli Hoeneß schaut unzufrieden zur Seite
Uli Hoeneß bewertet den deutschen WM-Kader als „gut, aber nicht weltklasse“.

Uli Hoeneß hat abermals gegen Julian Nagelsmann ausgeteilt und den Bundestrainer für dessen Kommunikation rund um die Rückholaktion von Manuel Neuer kritisiert. „Die Art und Weise war nicht in Ordnung“, sagte der Ehrenpräsident von Bayern München im Spiegel-Spitzengespräch: „Ich fand es nicht fair.“ Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, dass Oliver Baumann die Nummer eins bei der Fußball-WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) sein werde. Sportlich verteidigte Hoeneß jedoch den Entschluss, mit Neuer anstelle von Baumann im DFB-Tor zu planen.

Kritisch beurteilt der langjährige Bayern-Manager auch die Planung mit Joshua Kimmich. Dass der DFB-Kapitän unter Nagelsmann als Rechtsverteidiger spielt, ist für Hoeneß nicht nachvollziehbar. „Joshua Kimmich brauche ich im Mittelfeld. Auf keinen Fall rechts hinten, Führungsspieler kann er da nicht sein“, sagte der 74-Jährige. Er plädiert für einen „Bayern-Block“ im Mittelfeld mit Kimmich und Teamkollege Aleksandar Pavlovic.

Hoeneß: WM-Kader sein „nicht weltklasse“

Der 26-köpfige Kader, den Nagelsmann am Donnerstag vorgestellt hatte, sei insgesamt „gut, aber nicht weltklasse“, analysierte Hoeneß, der in den vergangenen Wochen immer wieder gegen den Bundestrainer gestichelt hatte. Hoeneß erneuerte die Kritik, dass Nagelsmann die jüngsten Länderspiele nicht zum Einspielen der Mannschaft genutzt habe.

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Das DFB-Team „könnte sehr erfolgreich spielen, wenn aus diesen Einzelspielern ein Team wird“, sagte Hoeneß: „Dafür hätte man eine Mannschaft drei-, vier-, fünfmal zusammenspielen lassen müssen, um sie zu einer Einheit zu machen.“ Dies sei keine persönliche, sondern „sachlich-fachliche Kritik“, betonte er nun.

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Nagelsmann, einst Trainer bei den Bayern, hatte zuletzt gelassen auf die Einlassungen des Münchner Funktionärs reagiert. „Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt. Uli darf immer was zu mir sagen, ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk. Und ich versuche immer, aus so etwas meine Schlüsse zu ziehen“, sagte der 38-Jährige in der Vorwoche im ZDF-Sportstudio. (sid/tb)