Nationalspielerin Jella Veit aus Pinneberg muss dem HSV wehtun
Sie bekommt Besuch aus der Heimat – darf aber nicht zur perfekten Gastgeberin werden: Die Pinnebergerin Jella Veit empfängt am Samstag mit dem Bundesliga-Topteam Eintracht Frankfurt den HSV. Bestens gelaunt dürfte die 20-Jährige nicht nur wegen des Wiedersehens von bekannten Gesichtern sein. Denn Veit hat gerade ihr A-Länderspiel-Debüt gegeben und sich damit einen Traum erfüllt. In der MOPO erzählt sie davon.
Diesen Moment wird sie nie vergessen. Am 22. Februar wurde Jella Veit als Nachrückerin erstmals für den DFB-Kader nominiert. „Ich habe den ganzen Tag gestrahlt“, schildert sie mit spürbarer Freude und denkt dabei auch direkt an den 7. März: In der 69. Minute des Länderspiels in Stavanger gegen Norwegen (4:0) wurde die Innenverteidigerin tatsächlich eingewechselt. Veit erinnert sich: „Ich habe nicht damit gerechnet. Ich war ja nachnominiert und zum ersten Mal beim Lehrgang. Plötzlich hieß es: ‚Wärm dich auf, es kann sein, dass du gleich reinkommst.‘ Dann habe ich direkt wieder gestrahlt. Da ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“
DFB-Debütantin Veit begann beim SV Rugenbergen
Ein Traum, der an der Grenze zu Hamburg geboren wurde. Die Bönningstedterin spielt vom Kindergarten an beim SV Rugenbergen. Ein Verein, der übrigens auch für eine potenzielle HSV-Gegenspielerin am Samstag, Christin Meyer, die erste Ausbildungsstätte war. „Das war mein Startschuss. Ich war da, um einfach Spaß am Fußball zu haben“, erklärt Veit. „Den könnte ich heute nicht haben, wenn ich die Zeit damals nicht gehabt hätte.“ Bei Rugenbergen spielt sie einen Großteil ihrer Jugend, während sie für ein Jahr parallel für die Hamburger U14-Auswahl aufläuft. Und die nächsten großen Schritte lassen nicht lange auf sich warten.
Mit gerade einmal 14 Jahren kickt Veit für die U17 des HSV, sie verbringt schließlich zwei Jahre (2019 bis 2021) im Klub. „Ich habe dort die ersten Kontakte zum Frauenfußball gesammelt“, erinnert sie sich an die Zeit zurück. Nebenbei darf sie weiterhin für den SVR in der Hamburger Oberliga spielen. „Mit meinem Zweitspielrecht habe ich beim Jungsfußball Robustheit gelernt, beim HSV wurde eher auf inhaltlicher Ebene gearbeitet. Ein wichtiger Schritt, um den Wechsel vom Männer- zum Frauenfußball zu vollziehen.“ Die HSV-Frauen verfolgt sie, das ist klar, bis heute noch. Veit: „Jetzt sind sie auch in die Bundesliga aufgestiegen. Da guckt man sich sowieso an, was die so machen.“
Mit Frankfurt gibt’s am Samstag das HSV-Wiedersehen
2021 verlässt die Pinnebergerin den HSV und ihre Heimat, in Frankfurt kommt sie jetzt so richtig in Fahrt. Bei der Eintracht gewinnt sie als eine der besten Nachwuchsspielerinnen des Landes gleich zweimal die Fritz-Walter-Medaille – in Gold (U17, 2022) und in Bronze (U19, 2024). Zudem führt Veit die U17 des DFB 2022 als Kapitänin zum Gewinn des EM-Titels und auf den vierten WM-Platz. 2023 erhält sie schließlich ihren ersten Bundesliga-Vertrag und steigt in die erste Mannschaft der Adlerträgerinnen auf.
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In dieser Saison durfte das Abwehr-Ass in der Ersten Liga bereits 15-mal von Anfang an ran – und so soll es auch am Samstag wieder sein. Veit: „Es ist immer etwas Besonderes, gegen Hamburg, mein Zuhause, zu spielen.“ Svea Stoldt und Paulina Bartz kennt sie noch aus der Hamburger Auswahl. „Es ist cool, die wiederzusehen. Man sagt mal ‚Hallo‘ und quatscht.“ Eines stellt die Ex-HSVerin aber klar: „Auf dem Platz erledigt sich das. Das muss man beiseitelegen, wir wollen punkten.“ Denn Jella Veit aus Pinneberg hat im Fußball noch sehr viel vor.