Bundestrainer Julian Nagelsmann beim Länderspiel in Basel

Bundestrainer Julian Nagelsmann beim Länderspiel in Basel Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

Nagelsmann über Coming-out von St. Pauli-Trainer: „Ich weiß, wie befreiend es ist“

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Julian Nagelsmann wünscht sich im Umgang mit Homosexualität im Fußball endlich Normalität. „Ich finde es sehr schade, dass wir darüber immer noch diskutieren müssen“, sagte der Bundestrainer bei RTL/ntv anlässlich des Coming-outs des U19-Trainers Christian Dobrick vom FC St. Pauli.

„Ich finde es sehr gut, dass er diesen Schritt gegangen ist“, betonte Nagelsmann und berichtete: „Ich habe selber homosexuelle Freunde im Freundeskreis und weiß, wie es ist, lange Zeit das Gefühl zu haben, nicht darüber sprechen zu können. Welche Qual es bedeutet, es nicht ausleben zu können. Durch die Gespräche im Freundeskreis weiß ich auch, wie befreiend es ist, wenn man es ausgesprochen hat.“

Nagelsmann: „Schade, dass wir darüber immer noch diskutieren müssen“

Grundsätzlich sei es doch so, meinte Nagelsmann: „Es ist etwas Normales. In der Gesellschaft ist Homosexualität verankert, im Fußball dauert es noch. Das finde ich nicht richtig.“ Daher begrüße er es, dass es mutige Menschen gibt, die es öffentlich machen. „Ich hoffe, dass viele andere nun den Mut zusammennehmen und wir irgendwann nicht mehr darüber diskutieren müssen.“

St. Paulis U19-Trainer Christian Dobrick picture alliance/dpa/FC St. Pauli
St. Paulis U19-Trainer Christian Dobrick
St. Paulis U19-Trainer Christian Dobrick

St. Paulis U19-Trainer Dobrick hatte kürzlich seine Homosexualität öffentlich gemacht und das mit Kritik am männlichen Spitzenfußball verknüpft. „Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische“, sagte der 29 Jahre alte Nachwuchs-Coach des Kiezklubs in Interviews des „Stern“ und von RTL.

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Was nicht nur Nagelsmann nciht verstehen kann: Homosexualität ist im Profifußball der Männer noch immer ein Tabuthema, obwohl vor allem Fanvertreter für einen offeneren Umgang werben. In den höchsten drei deutschen Ligen gab es bislang kein Coming-out eines aktiven Profis. Im Fußball der Frauen hingegen spielt die sexuelle Orientierung einer Spielerin schon lange keine Rolle mehr. (sid/dj)

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