Nicolas Kühn reklamiert auf dem Spielfeld

Nicolas Kühn wartet noch auf seinen Durchbruch bei Como in der italienischen Serie A. Foto: IMAGO/ABACAPRESS

Nagelsmann hatte ihn im Visier: Platzt der Traum eines Ex-St. Pauli-Talents?

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Vor wenigen Monaten schien Nicolas Kühn nach einem starken Jahr bei seinem Ex-Klub Celtic Glasgow kurz vor seinem Debüt im DFB-Team zu stehen. Julian Nagelsmann stellte dem 25-jährigen Flügelspieler im August eine Nominierung für die Länderspiele im Herbst in Aussicht. Nun aber scheint Kühns Traum von der Nationalmannschaft in weite Ferne gerückt zu sein.

Vor dem Auftakt in die WM-Qualifikation im September – das DFB-Team verlor gegen die Slowakei damals mit 0:2 – hatte Nagelsmann den aufstrebenden Kühn, der im Sommer von Celtic Glasgow zu Serie-A-Klub Como gewechselt war, noch auf dem Zettel. „Wir haben auch andere Kandidaten auf dem Zettel gehabt. Nathaniel Brown, Max Rosenfelder und Nicolas Kühn hätten wir gerne nominiert, sie fehlen aber aufgrund von Verletzungen. Ein paar Spieler werden in Richtung Oktober also noch dazukommen“, hatte Nagelsmann gesagt.

Von den drei genannten Spielern schaffte aber nur Linksverteidiger Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) den Sprung in den DFB-Kader. Innenverteidiger Max Rosenfelder (SC Freiburg) hatte aufgrund einer Verletzung keine Chance, sich zu empfehlen. Kühn wiederum spielt bei seinem neuen Klub in Italien bisher sportlich kaum eine Rolle.

Kühns Wechsel zu Como zahlte sich bisher nicht aus

Nach seinem Wechsel zu Como im Sommer geriet die Karriere des Flügelspielers ins Stocken – obwohl er mit viel Vorfreude nach Italien gekommen war. „Ich bin wirklich begeistert, hier zu sein. Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Trainer. Die Entscheidung war einfach: Das Projekt ist ehrgeizig, und ich möchte ein Teil davon sein“, hatte Kühn geschwärmt. Doch der 25-Jährige, der im Alter von neun Jahren zum FC St. Pauli gewechselt war und als Jugendlicher zwei Jahre lang auf dem Kiez spielte, kann sich bei den Italienern bisher nicht durchsetzen.

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Dabei hatte Como-Trainer Cesc Fábregas große Hoffnungen in den zweitteuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte gesetzt. Kühn sollte mit seiner „Kreativität und Intensität“ dem Team von Fábregas „etwas Neues in der Serie A geben“. Fábregas schwärmte, dass Kühn „genau zu unserem Spielstil“ passe.

Kühn lässt Effizienz aus seiner Celtic-Zeit bisher vermissen

In der italienischen Serie A startete Kühn bisher jedoch nur viermal, zweimal saß er sogar 90 Minuten auf der Bank und stand einmal gar nicht im Kader. „Er sucht noch seine Bestform“, schrieb die „Gazzetta dello Sport“ jüngst über die sportliche Situation des ehemaligen U20-Nationalspielers.

Kühn hatte bei Celtic in den vergangenen Jahren insbesondere mit seiner Effizienz auf sich aufmerksam gemacht. In wettbewerbsübergreifend 69 Spielen sammelte Kühn herausragende 42 Scorerpunkte und verhalf seinem Ex-Klub in der Vorsaison zum Gewinn der 55. schottischen Meisterschaft. Umso verwunderlicher ist es, dass er in Italien noch immer auf seinen ersten Scorerpunkt wartet.

Der Ex-Kiezkicker hat Erfahrung mit Rückschlägen

Aber: Der schwache Start in Italien ist nicht der erste Rückschlag in Kühns Laufbahn: Schon zu Beginn seiner Profikarriere hatte Kühn mit solchen zu kämpfen. Nachdem er im Jahr 2019 die Fritz-Walter-Medaille als bester Spieler seines Jahrgangs gewonnen hatte, folgte 2020 der Transfer aus der Jugend von Ajax Amsterdam zur zweiten Mannschaft des FC Bayern München.

Den Durchbruch zu den Profis schaffte Kühn beim Rekordmeister jedoch nicht, stattdessen wechselte er 2021 auf Leihbasis zu Erzgebirge Aue und fand dort wieder in die Spur. Danach, im Sommer 2022, ging der Flügelspieler zu Rapid Wien.

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Nach eineinhalb starken Jahren in Österreich wurde Celtic Glasgow auf ihn aufmerksam – und verpflichtete ihn im Januar 2024 für 5,1 Millionen Euro. Dort spielte Kühn erstmals in der Champions League – und spielte sich schließlich in den Fokus von Bundestrainer Nagelsmann. „Ich möchte irgendwann mal in die Nationalmannschaft“, kündigte Kühn vor zwölf Monaten an. Doch sein Traum von der Nationalmannschaft scheint vorerst in weite Ferne gerückt zu sein.

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