Nach St. Pauli, vor der Relegation: Hecking warnt seine Wolfsburger
Dieter Hecking gönnte sich nach dem ersten von drei „Abstiegsfinals“ nur einen kurzen Moment des Durchschnaufens. „Es gibt nichts zu gratulieren, wir haben noch nichts erreicht“, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg nach dem 3:1 beim FC St. Pauli, durch das sich die Wölfe nach einer Horrorsaison doch noch in die Relegation retteten. „Wir haben das Privileg, die Relegation spielen zu dürfen und da müssen wir jetzt den ganzen Fokus drauflegen.“
Der erste Schritt ist gemacht, zwei weitere, die entscheidenden, sollen gegen den SC Paderborn nun folgen: „Das hat auch uns viel Kraft gekostet, den 16. Platz zu sichern“, sagte Hecking und mahnte vor den Partien am Donnerstag und am Pfingstmontag: „Das werden keine leichten Spiele. Wir müssen zweimal brutalst fokussiert sein in unserer Spielanlage – und wenn uns das gelingt, haben wir vielleicht die Chance, die Liga zu halten.“
VfL Wolfsburg ist Favorit – Hecking warnt dennoch vor Paderborner Qualität
Favorisiert jedenfalls sind die millionenschweren Wolfsburger gegen den etatmäßig deutlich unterlegen Zweitligisten. Auch, weil Hecking in Wolfsburg in den vergangenen Wochen die Ruhe zurückgebracht hat. Das unterstrichen nach dem verdienten Sieg am Millerntor, der die Gastgeber ins Tal der Abstiegstränen beförderte, auch seine Spieler. „Es ist einfach die Art, die er ausstrahlt, das Charisma, die Aura, wie man heute sagt“, sagte etwa Torschütze Dzenan Pejcinovic. „Er nimmt einfach ein bisschen den Druck weg.“
Doch Hecking warnt seine Mannschaft trotz aller Ruhe vor SC Paderborn, der durch einen 2:0-Sieg bei Darmstadt 98 noch auf Platz drei der Abschlusstabelle sprang. „Dieses Spiel zu gewinnen, zeigt die Qualität der Paderborner. Sie werden uns alles abverlangen“. Er appelliert: „Wir dürfen keinen Deut nachlassen“.

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In neun Spielen hat Hecking mit den zuvor bedenklich zahnlosen Wölfen immerhin neun Punkte geholt. Noch wichtiger: Die spielerische Entwicklung und das nach und nach wachsende Selbstvertrauen waren unter dem routinierten Coach, der im vergangenen Jahr noch als Retter des VfL Bochum gescheitert war, deutlich zu sehen.
Hecking kann sich auf seine Leistungsträger verlassen
Dabei konnte sich Hecking letztlich auch auf seinen Topspieler verlassen. Gegen St. Pauli glänzte neben Pejcinovic vor allem Spielmacher Christian Eriksen – trotz eines verschossenen Handelfmeters beim Stand von 2:1 aus Sicht der Wölfe. Der dänische Star äußerte sich dann auch optimistisch mit Blick auf die kommenden Duelle.
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„Nein, ich habe keinen Wunsch, wir nehmen jeden Gegner. Sie hatten eine gute Saison, wenn sie Dritter in der 2. Bundesliga sind“, sagte der Stareinkauf und schloss: „Wir werden die Spiele sehr ernst nehmen und mit dem Glauben an den Sieg angehen. Das müssen wir noch zweimal tun und dann haben wir schöne Ferien.“ (sid/dpa/tb)