Kritik am BVB-Trainer? Brandt rudert zurück – so reagiert Kovac
Julian Brandt hat seine Kritik an der Spielweise von Borussia Dortmund beim 2:0 in der Fußball-Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim relativiert.
„Die Interpretation, dass ich eine Abneigung gegen den Fußball meines Coaches hätte, ist Quatsch“, sagte der 48-malige Nationalspieler auf der Pressekonferenz des BVB vor dem Champions-League-Spiel am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) gegen den FK Bodö/Glimt, „wir haben für uns einen Weg gefunden, erfolgreich zu sein, den Weg werden wir weitergehen. Er kann sich bestätigt fühlen“, sagte Brandt weiter über den Ansatz und das Training von Niko Kovac.
Brandt hatte nach dem Spiel am Sonntag gesagt: „Das ist nicht meine Art und Weise, Fußball zu spielen.“ Das sei „eher“ auf das Hoffenheim-Spiel bezogen, er fügte aber auch grundsätzlich an: „Am Ende spielen wir Fußball, und wir laufen nicht Fußball.“ Am Dienstag betonte er: „Ich bin Offensivspieler, ich konzentriere mich auf das Spiel mit dem Ball. Ich habe selbst bei 4:0 was auszusetzen, das ist mein eigener Antrieb.“ Gleichzeitig sei aber wichtig, defensiv „extrem gut“ zu stehen.
Kovac reagiert gelassen
„Ich bin ja schon etwas länger im Geschäft. Minderheiten sind keine Mehrheiten. Ich glaube weiter, dass wir auf einem guten Weg sind“, sagte derweil Kovac gewohnt gelassen zu Kritik an seiner Arbeit. „Im Großen und Ganzen sind wir super zufrieden. Ich stand hier schon in ganz anderen letzten Wochen des Jahres mit nur zehn gesunden Spielern und 22 Punkten aus 15, 16 Spielen“, sagte Brandt auch.

Aktuell ist der BVB mit 28 Zählern aus 13 Spielen in der Liga Dritter und hat sieben Punkte mehr als im Vorjahr zur selben Zeit. Zwar ärgert das Pokal-Aus im Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen. Doch in der Champions League können die Dortmunder gegen den norwegischen Außenseiter Bodö/Glimt einen großen Schritt in Richtung direkter Qualifikation für das Achtelfinale machen. „Grundsätzlich könnten wir uns in eine sehr, sehr gute Position bringen“, sagte Brandt zur Ausgangslage vor dem sechsten von acht Spielen in der Ligaphase.
Brandt: „Geht langsam an die Substanz“
„Im Januar stehen natürlich noch einmal zwei entscheidende Spiele an, aber das Ziel ist es schon, unter die ersten Acht zu kommen“, sagte Brandt weiter. Das würde weitere Playoff-Termine im Februar ersparen. Und dass die aktuelle Belastung auch ein Grund für das mitunter müde Gekicke ist, wollte auch er nicht verhehlen. „Die Englischen Wochen spielen da eine Rolle. Wenn im Dezember die elfte, zwölfte Englische Woche kommt, geht es langsam an die Substanz“, meinte Brandt.
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Dabei rotiert Coach Kovac stets durch, was wiederum dafür sorgt, dass sich gewisse Abläufe im Spiel nicht so schnell automatisieren. Gegen den entthronten norwegischen Meister wird sich die Rotation fortsetzen, möglicherweise in einem noch größeren Stil. „Es sind alle gesund. Rein theoretisch wären elf Wechsel möglich“, sagte Kovac, betonte aber auch: „Wir wollen das Spiel morgen gewinnen, egal wer spielt.“ Für etwas mehr weihnachtliche Ruhe im Umfeld wäre etwas Spektakel sicher nicht verkehrt. (sid/dpa/lam)
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