Nach größtem Wunder der englischen Pokal-Geschichte: Helden gönnen sich heiße Reise
Der Pokal-Triumph des Sechstligisten Macclesfield über Titelverteidiger Crystal Palace weckt in England große Emotionen.
Nach der größten Sensation der Pokal-Geschichte zogen Englands neue Fußball-Helden in der Nacht durch die Bars von Macclesfield – doch die größte Party kommt erst noch. „Ich habe die Ibiza-Reise mit den Jungs schon geplant“, sagte Klub-Boss Rob Smethurst in bester Feierlaune. Der Flieger gehe „nicht sofort, aber definitiv“ nach der Saison.
Klub-Boss versprach Spielern Party-Urlaub
Den Party-Ausflug in die Sonne hatte Smethurst seinen Spielern für den unwahrscheinlichen Fall versprochen, sollten sie die Titelverteidiger von Crystal Palace aus dem FA-Cup schmeißen. Doch dann schaffte der Sechstligist (!) tatsächlich ein 2:1 (1:0) gegen den Premier-League-Klub des ehemaligen Bundesliga-Trainers Oliver Glasner. Nach der größten Überraschung in der 155-jährigen Geschichte des FA Cups kannte der Jubel keine Grenzen, die Fans stürmten den Platz im Moss-Rose-Stadium.

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„Ich bin sprachlos. Das ist wie ein Traum“, sagte Smethurst, der zugab, nicht ganz bei Sinnen gewesen zu sein, als er den Klub vor rund sechs Jahren kaufte und so vor der Pleite bewahrte. Zuvor habe der Unternehmer „vier Tage lang getrunken“.
Macclesfield gelingt Historisches im FA-Cup
Gut möglich, dass Smethurst diesmal ähnlich verfährt. Denn: Noch nie schaffte ein Klub im englischen Fußball, was dem FC Macclesfield gelang. Statistiker haben ausgerechnet, dass der Verein im Ligasystem 117 Plätze hinter Crystal Palace liegt. Noch nie war ein Underdog so viel schlechter platziert, wenn er im Pokal den großen Favoriten ärgerte. Und: Zuletzt warf ein Amateur-Klub den Titelverteidiger im FA-Cup vor 117 Jahren aus dem Wettbewerb.
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Kein Wunder, dass dem alten Stürmer-Haudegen Wayne Rooney in der Rolle des BBC-Experten vor den laufenden Kameras fast die Tränen kamen – schließlich trainiert sein jüngerer Bruder John Macclesfield. „Ich bin so stolz“, stammelte Wayne Rooney. Und John Rooney sagte: „Ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es gibt immer diese kleine Hoffnung, dass an diesem Tag alles passieren kann.“
Kapitän Dawson erzielte Siegtreffer mit Platzwunden-Turban
Auf Händen getragen wurden auch die beiden Torschützen Isaac Buckley-Ricketts und Paul Dawson. Der Kapitän erlitt ganz früh eine Platzwunde – und traf mit einem Dieter-Hoeneß-Gedächtnisturban per Kopf zum 1:0. „Mein stärkster Fuß ist der Kopf“, sagte Dawson.
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Doch in all den Jubel und Trubel mischte sich auch stille Trauer, in Gedanken waren Dawson und Co. auch bei ihrem ehemaligen Mitspieler Ethan McLeod, der am 16. Dezember bei einem Autounfall nach einem Spiel ums Leben gekommen war. „Ich habe das Gefühl, er ist hier bei uns“, sagte John Rooney. Und in Gedanken werden sie McLeod sicher auch mit nach Ibiza nehmen. (sid/vb)
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