Nach antimuslimischen Gesängen: FIFA ermittelt – Spanien droht Fan-Ausschluss
Der Fußball-Weltverband FIFA hat nach den antimuslimischen Gesängen beim Länderspiel Spaniens gegen Ägypten ein Disziplinarverfahren gegen den spanischen Verband RFEF eröffnet. Wie die FIFA am Dienstag mitteilte, werden die Vorfälle beim Testspiel am 31. März im Stadion von Espanyol Barcelona (0:0) untersucht. Mögliche Sanktionen sind eine Geldstrafe sowie ein teilweise oder kompletter Zuschauer-Ausschluss.
Teile des Publikums hatten während der Begegnung mehrmals anti-muslimische Gesänge („Wer nicht hüpft, ist ein Muslim“) angestimmt. Der Stadionsprecher hatte die Zuschauer daraufhin ermahnt, die Gesänge einzustellen.
Spanien-Star Yamal entsetzt von antimuslimischen Gesängen
Auch der spanische Verband kritisierte das Verhalten der Fans noch vor dem Abpfiff öffentlich. Spaniens Jungstar Lamine Yamal, selbst Muslim, verurteilte den Vorfall am folgenden Tag scharf und nannte die Gesänge „respektlos und unerträglich“.

Seine Teamkollegen Joan García und Pedri sowie Nationaltrainer Luis de la Fuente und Spaniens Premier Pedro Sánchez äußerten sich ähnlich. „Das ist unerträglich. Gewalttätige Menschen nutzen den Fußball, um sich einen Platz zu verschaffen“, sagte de la Fuente zu den antimuslimischen Gesängen – und fügte an: „Sie müssen aus der Gesellschaft entfernt, identifiziert und so weit wie möglich ferngehalten werden.“ Die Polizei nahm Ermittlungen auf.
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Das Spiel war wegen des Krieges im Nahen Osten aus Katar nach Barcelona verlegt worden und diente als Vorbereitung auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Spanien trifft in der Gruppe H dann auf Uruguay, Saudi-Arabien und Neuling Kap Verde. Ägypten bekommt es in der Staffel G mit Belgien, Iran und Neuseeland zu tun. (sid/lam)
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