Die Profis des FC Thun lassen sich von der Menge feiern

Die Profis des FC Thun ließen sich nach dem Titelgewinn von ihren Fans feiern. Foto: picture alliance/KEYSTONE | ALESSANDRO DELLA VALLE

Meister als Aufsteiger! Bei dieser Party muss der Brunnen dran glauben

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Als die Party in Thun ihren Höhepunkt erreichte, musste der Brunnen dran glauben. Aus Ermangelung eines Balkons erklommen die „Schwizer Meischter“ das gut fünf Meter hohe Bauwerk und ließen sich von der rot-weißen Menge auf dem prall gefüllten Rathausplatz bis tief in die Nacht feiern. Als Aufsteiger zum ersten Titel der 128-jährigen Vereinsgeschichte – da hatte auch die Stadt ein Einsehen und hob kurzerhand die Sperrstunde auf.

„FC Thun, Schweizer Meister. Ist das wahr? Stellt euch mal vor: Es ist nicht YB, nicht Basel, nicht Züri, sondern niemand anders als der FC Thun“, schrie Präsident Andres Gerber in ein Mikrofon und erntete Jubel. Erst 2025 war Thun nach fünf Jahren Abwesenheit in die Erstklassigkeit zurückgekehrt – und marschierte wie 1998 der 1. FC Kaiserslautern in Deutschland einfach zum Titel durch.

Viele Spieler beim FC Thun schafften den Durchbruch spät

Klubboss Gerber ist einer der Macher des Märchens, hinter dem 53-Jährigen steckt eine der vielen besonderen Geschichten des Klubs. Jeden Morgen nimmt Gerber nach Möglichkeit ein Bad im Thuner See, um an seinen 2021 verstorbenen Bruder zu erinnern, einen passionierten Eisschwimmer. Ab und an gibt er sogar Interviews in Badehose.


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Und dann wäre da noch Mittelfeldspieler Ethan Meichtry, der bei Thun schon aussortiert worden war und als Straßenbauer arbeitete, ehe er doch noch den Durchbruch schaffte. Oder Stürmer Christopher Ibayi, der erst mit 28 Jahren Profi wurde. Oder die Geschichte mit dem alten Mannschaftsbus, dem Trainer Mauro Lustrinelli vor Auswärtsspielen nicht traute. Das anfällige Gefährt wurde verkauft und zu einem Wohnmobil umgebaut.

„Ist ja Wahnsinn“: Auch Mainz-Coach Fischer gratuliert

Mit einem fahrtüchtigen, knallroten Bus brauste das Team am Sonntag nach der Niederlage des ärgsten Konkurrenten St. Gallen vom gemeinsamen Mitfiebern im Stadion zur Titelfeier in der Stadt. „Aacho, abgliferet, abgruumt“, war auf dem Fahrzeug zu lesen. Und abgeräumt haben sie in der Tat in Thun.

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Glückwünsche kamen auch aus Mainz von Ex-Trainer Urs Fischer. „Ist ja Wahnsinn. Ich habe noch wirklich guten Kontakt nach Thun“, sagte der Schweizer bei DAZN: „Jungs, ihr habt einen fantastischen Job gemacht. Ich glaube, als Aufsteiger Meister zu werden und das auf überzeugende Art, dem gebührt einfach größter Respekt.“ Fischer hatte von 2013 bis 2015 die Fäden am Thuner See in der Hand gehabt, elf Jahre später ist der Klub ganz oben angekommen. (sid/vb)

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