Fussball-Experte Matthäus mit Mikrofon in der Hand

Lothar Matthäus findet die Neuer-Entscheidung richtig, kritisiert aber dennoch. Foto: imago/Beautiful Sports

Matthäus feiert Neuer-Entscheidung, aber eine Sache stört ihn extrem

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Lothar Matthäus würde ein DFB-Comeback von Torhüter Manuel Neuer bei der Fußball-WM begrüßen, kritisiert aber die Informationspolitik des Verbands. „Rein sportlich ist diese Überlegung für mich absolut nachvollziehbar. Was mir allerdings nicht gefällt, ist die Art und Weise der Kommunikation“, schrieb der Rekordnationalspieler in einer Sky-Kolumne. Im Umgang mit Torhüter Oliver Baumann und den Fans habe er Ehrlichkeit und Transparenz vermisst.

Bundestrainer Julian Nagelsmann sei „einen Weg gegangen, der für ihn vielleicht der richtige war, aber unnötige Diskussionen ausgelöst hat“, kritisierte Matthäus. „Dabei mache ich ihm persönlich keinen Vorwurf – das Thema betrifft den gesamten DFB. Dort arbeiten erfahrene Verantwortliche. Solche Situationen hätte man frühzeitig vermeiden müssen.“ Auch Nagelsmanns „Sportstudio“-Auftritt am Samstag im ZDF habe „wenig zur Klärung beigetragen“.

Neuer fährt mit als Nummer eins

Neuer wird nach Medien-Informationen als Nummer eins im deutschen Nationalteam zur WM in diesem Sommer reisen. Nagelsmann habe den bisherigen Stammkeeper Baumann angerufen und ihm mitgeteilt, dass er mit dem 40 Jahre alten Neuer zwischen den Pfosten plane, berichtete „Bild“. Baumann (35) habe dem Bundestrainer zugesichert, dass er auch als Ersatzkeeper bei der WM zur Verfügung stehen werde.

Angesichts von Baumanns starken Leistungen in der WM-Qualifikation überrasche die späte Kehrtwende umso mehr, schrieb Matthäus. „Der DFB hat sich über Monate hinweg klar zu Baumann bekannt. Was aber, wenn sich Neuer kurz vor der WM oder während der Vorbereitung verletzt? Dann wäre Baumann wieder gefragt.“ Am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Köln wurde Neuer wegen Wadenproblemen ausgewechselt. Er habe kein Risiko eingehen wollen, erklärte der Bayern-Torwart.

Mathias Sammer begrüsst Neuer-Entscheidung

Matthias Sammer hat kein Mitleid mit Baumann. „Überhaupt nicht. Der Leistungssport ist eben nicht nur Honig, Milch und Schokolade. Die müssen nicht nur ihr Mäulchen aufmachen – sie werden knallhart dafür bezahlt. Der Beste muss spielen. Es gibt keine andere Prämisse“, sagte der Europameister von 1996 laut „Bild“ in der Sky-Sendung „Sammer & Basile – Der Hagedorn-Talk“.

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Sensibilität sei gut und schön, „aber möglicherweise nicht geeignet für den Leistungssport“, führte Sammer aus. „Dann sollen eben alle, die weinen, mit nach Hause. Das ist möglicherweise ungerecht. Aber wer sagt denn, dass es im Leben immer gerecht zugeht?“

Nagelsmann kündigte Gespräche an

Die Entscheidung pro Neuer sei die richtige, meinte Sammer. „Jetzt kann man in aller Härte sagen: Nein, das wollen wir nicht. Aber Entschuldigung: Sind wir bei einer Kaffeefahrt oder im Hochleistungssport? Das Ziel muss sein, den besten Torhüter zum jetzigen Zeitpunkt zu haben. Und Neuer ist der beste deutsche Torhüter, den wir haben.“

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Zuletzt hatte Nagelsmann eine klare Aussage zu Neuer vermieden. Am Samstag verwies er im ZDF darauf, er wolle zuerst das Gespräch mit allen Spielern suchen, das habe noch nicht stattgefunden. Seinen 26-Mann-Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada wird der Bundestrainer am Donnerstag offiziell bekanntgeben. (sid/sil)

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