Der deutsche Reiter Christian Ahlmann beim Reitturnier den Stuttgart German Masters 2025

Der Reitsportweltverband FEI hat die „No-Blood-Regel“ gelockert und erntet dafür viel Kritik. Foto: imago/Pressefoto Baumann

Tierärzte üben scharfe Kritik nach Lockerung der „No-Blood-Rule“ im Springreiten

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Die Bundestierärztekammer (BTK) hat die Entscheidung zur Lockerung der „No-Blood-Rule“ im Springreiten harsch kritisiert und einen klaren Appell an Turniertierärztinnen und -ärzte gerichtet. Diese sollen „Pferden mit Blutspuren im Bereich von Maul, Flanken oder Sporen“ grundsätzlich die Starterlaubnis verweigern, hieß es in einer Stellungnahme.

Der Reitsportweltverband FEI hatte vor gut zwei Wochen per Votum bei der Generalversammlung in Hongkong eine Regeländerung beschlossen. Künftig dürfen Springpferde auch dann im Wettbewerb bleiben, wenn bei ihnen Blut zu sehen ist – sofern Tierärzte grünes Licht geben. Dafür erntete die FEI viel Kritik, auch aus Deutschland. „Sichtbare Blutspuren im Einwirkungsbereich des Reiters sind immer ein Hinweis darauf, dass ein Pferd Schmerzen oder Verletzungen erlitten hat – und dürfen daher niemals toleriert werden“, sagte BTK-Präsident Holger Vogel in dem Statement.

Künftiges Vorgehen der FEI laut BTK „nicht ausreichend“

Zudem forderte die BTK, dass bei Turnieren ständig ein Tierarzt oder eine Tierärztin zugegen sein soll. Nur dadurch „können Tierschutzverstöße erkannt, geahndet und ein tierschutzgerechter Umgang sichergestellt werden. Eine bloße Rufbereitschaft wird dieser Verantwortung nicht gerecht“, hieß es weiter. Dass der Weltverband FEI Vergehen künftig dokumentiert und bei wiederholten Verstößen Sperren verhängen könnte, sei laut BTK „nicht ausreichend“.

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Präsident Martin Richenhagen von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) hatte nach dem Beschluss von einem „klaren Fehler“ gesprochen. „Wir brauchen in dieser Frage keine Grauzonen“, hatte er gesagt. Die Haltung des deutschen Verbandes lobte die BTK als „wichtiges Signal für den Tierschutz“. (sid/fwe)

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