Kwasniok in Köln vor dem Aus! Springt jetzt Funkel (72) wieder als Retter ein?
Er gibt nicht auf, dürfte aber am Ende sein: Die alarmierenden Worte seines Sportchefs veranlassten Lukas Kwasniok zu einem eindringlichen Plädoyer für seinen stark gefährdeten Arbeitsplatz beim 1. FC Köln. „Ich werde um diesen verdammten Job hier kämpfen, mit allem, was ich habe“, sagte der 44-Jährige. „Weil ich absolut der Überzeugung bin: Ich bin der richtige Mann am richtigen Ort mit der richtigen Mannschaft im richtigen Verein.“ Über seine mögliche Nachfolge wird bereits heftig spekuliert. Übernimmt erneut Friedhelm Funkel?
Die entscheidende Frage ist: Sehen die Verantwortlichen des stark abstiegsbedrohten Bundesligisten das nach dem 3:3 im rheinischen Derby gegen Gladbach auch noch so? Thomas Kesslers Aussagen nähren daran große Zweifel. Der Kölner Sportchef vermied ein klares Bekenntnis zum Trainer.
Köln-Boss Kessler vermeidet Bekenntnis zu Kwasniok
„Klar ist, dass du irgendwelche Stellschrauben drehen musst, damit du auch in der Lage bist, mal wieder ein Fußballspiel zu gewinnen“, sagte Kessler. „Heute wurde hier viel geboten, nur leider keine drei Punkte für den 1. FC Köln. Deswegen werden wir jetzt in aller Ruhe und sehr rational über die Themen sprechen und ergebnisoffen über viele Dinge diskutieren.“
Der von Zweitligist Paderborn gekommene und einst auch beim HSV gehandelte Kwasniok hatte die Kölner vor dieser Saison übernommen. Er spüre die Rückendeckung der Verantwortlichen „zu einhundert Prozent“, sagte er trotz Kesslers Aussagen. Unterstützung erhielt Kwasniok von einem Führungsspieler.
Köln überzeugt spielerisch – Ergebnisse bleiben aus
„Ich sehe, wie wir trainieren. Das ist echt gut. Da reißt sich jeder den Arsch auf“, sagte Eric Martel, der mit seinem 3:3 für den Schlusspunkt im packenden Derby gesorgt und dem FC einen Punkt gerettet hatte. „Ich sehe, wie wir spielen. Das ist eigentlich auch echt gut, von den Leistungen, muss man sagen. Was uns fehlt, sind leider die Ergebnisse. Die fahren wir nicht ein.“ Das könnte Kwasniok zum Verhängnis werden.

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Der eine Punkt gegen Mönchengladbach sei zu wenig, sagte Kessler. Zwar müsse er der Mannschaft ein Kompliment machen, nach dem 0:1 in der ersten Minute stark zurückgekommen zu sein. „Aber das begleitet uns durch die ganze Saison. Wir sind in einer Zeit angekommen, wo wir mal wieder einen Dreier holen müssen.“
Funkel wird in Köln erneut gehandelt
In der Tabelle sind die Kölner nach dem siebten sieglosen Spiel in Serie immer weiter abgerutscht. „Wir wissen, dass es brenzlig ist. Da müssen wir sehr, sehr wachsam sein“, sagte Kessler. „Die Verantwortung ist, dass wir alles dafür tun wollen, in der Bundesliga zu bleiben.“

Als Nachfolger sind laut Medienberichten Co-Trainer René Wagner (37), U19-Trainer Stefan Ruthenbeck (53) sowie Legende Friedhelm Funkel (72) im Gespräch. Letzterer war bereits am Ende der vergangenen Saison als FC-Coach eingesprungen und hatte den Klub zur Zweitliga-Meisterschaft geführt. Gegenüber der MOPO hatte Funkel jüngst gesagt, dass er „natürlich“ ans Telefon gehen würde, sollte sich ein Verein bei ihm melden. Köln liegt ihm bekanntlich besonders am Herzen.
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Kwasniok ist derweil nach eigenen Angaben fest davon überzeugt, dass das mit ihm klappt. Seine Mannschaft rufe ihr Leistungsvermögen ab und werde es am Ende schaffen. „Was können Sie von Menschen mehr erwarten, als am Limit zu agieren? Und das tun sie“, sagte er mit Blick auf die Einsatzbereitschaft seines Teams. Der Trainer, der im traditionell aufgeregten Kölner Umfeld auch schon kritisch bewertet wurde, als es noch deutlich besser lief, sieht es so: „Das Aller-, Allerwichtigste, wenn du einen Trainer hast in einem Verein, ist die Überzeugung von dem Kollegen, der vor der Mannschaft steht. Ich kann nur sagen: Du musst erstmal einen finden, der mehr Überzeugung in sich trägt.“ (dpa/la)
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