„Das finde ich schwachsinnig“: Werder kriegt nach Klatsche gegen Stuttgart die Krise
Der SV Werder Bremen hat auch im letzten Heimspiel des Jahres einen Rückschlag kassiert. Eine Woche nach der Derby-Pleite beim HSV verloren die Grün-Weißen am 14. Bundesliga-Spieltag im ausverkauften Weserstadion vor 41.800 Zuschauern deutlich mit 0:4 (0:2) gegen den VfB Stuttgart. Während Werder weiter auf einen Befreiungsschlag wartet, meldeten sich die Schwaben nach zuletzt drei sieglosen Ligaspielen zurück im Rennen um die Champions-League-Plätze.
Werder-Trainer Horst Steffen setzte im Vergleich zur Vorwoche auf frische Offensivkräfte: Justin Njinmah und Samuel Mbangula rückten in die Startelf. Und Bremen begann tatsächlich schwungvoll – Njinmah hatte schon früh die Führung auf dem Fuß, zielte aber knapp am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf parierte VfB-Keeper Alexander Nübel bei einer Doppelchance stark.
Leweling überrascht sich mit seinem Traumtor selbst
Mit zunehmender Spieldauer kippte die Partie jedoch. Stuttgart übernahm nach rund 15 bis 20 Minuten mehr und mehr die Kontrolle, Werder leistete sich zu viele einfache Ballverluste. Ein Treffer von Deniz Undav wurde nach VAR-Check wegen einer knappen Abseitsstellung noch zurückgenommen – ein Warnsignal, das Bremen nicht nutzte.

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Kurz vor der Pause schlug der VfB dann eiskalt zu: Bilal El Khannouss köpfte nach einer Hereingabe zur Führung ein (40.). Nur vier Minuten später folgte der nächste Nackenschlag – Jamie Leweling jagte den Ball mit einem wuchtigen Distanzschuss unter die Latte zum 0:2 (44.). Der DFB-Star zeigte sich selbst beeindruckt von seinem Tor, erkundigte sich im DAZN-Interview direkt, wie viele Meter es gewesen seien. Die Antwort: 32. Es war mit einer Torwahrscheinlichkeit von 1,6 Prozent sogar der unwahrscheinlichste Treffer dieser Saison. Unter Pfiffen ging es für Werder in die Kabine.
Gelb-Rote Karte gegen Coulibaly ärgert Werder Bremen
Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Bremer Sicht noch bitterer. Kapitän Marco Friedl musste nach einem Zweikampf mit Schulterproblemen ausgewechselt werden (57.). Wenig später sah Innenverteidiger Karim Coulibaly Gelb-Rot (59.) – der endgültige Bruch im Bremer Spiel. Und das brachte Werders Geschäfsführer Clemens Fritz in Rage. Die erste Gelbe Karte hatte der Ex-HSV-Youngster kassiert, weil er einen Ball nach einem Einwurf aufs Feld gekullert hatte. „Das finde ich schwachsinnig“, echauffierte sich Fritz über die harte Entscheidung von Schiedsrichter Robert Hartmann. Sein Trainer war der gleichen Meinung. „Hören sie mal auf ey, das ist doch keine Gelbe Karte“, schimpfte er. „Das ist völlig übertrieben meiner Ansicht nach.“

In Überzahl spielte Stuttgart die Partie souverän herunter, der erneut überragende Undav erhöhte mit einem platzierten Abschluss auf 0:3 (79.). In der Nachspielzeit setzte der eingewechselte Chris Führich den Schlusspunkt zum 0:4 (90.+7).
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Werder ist damit seit vier Bundesliga-Spielen sieglos und muss den Blick in der Tabelle stärker nach unten richten. Zum Jahresabschluss wartet am kommenden Samstag (15.30 Uhr) das Auswärtsspiel beim FC Augsburg. Stuttgart hingegen machte nach der jüngsten 0:5-Klatsche gegen Bayern München wieder einen Schritt Richtung Spitzengruppe.
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