„Jetzt wollen wir alles“: Freiburg schreibt Geschichte – und glaubt an den Titel
Die überglücklichen Profis machten in der spanischen Abendsonne ordentlich Fiesta mit den 1200 mitgereisten Fans – und Lothar Matthäus jubelte beim größten Erfolg der Freiburger Vereinsgeschichte mächtig mit. „In dieser Verfassung traue ich dem SC noch viel zu“, kommentierte der Rekordnationalspieler den bärenstarken Auftritt des Bundesligisten, der seinen ersten Einzug in ein Europacup-Halbfinale perfekt gemacht hat. Die Freiburger gewannen im Viertelfinal-Rückspiel der Europa League 3:1 (2:0) bei Celta Vigo. Im Hinspiel hatte sich der SC mit 3:0 durchgesetzt.
Der euphorisierte Freiburger Sportvorstand Jochen Saier dachte wie Matthäus bereits an den Cup-Gewinn. „Jetzt wollen wir alles“, sagte Saier bei RTL+: „Wo wir jetzt stehen – da wollen wir das Maximale erreichen. Ich habe das Gefühl, dass es ein besonderes Jahr werden kann.“
Matanovic und Suzuki treffen: Freiburg eiskalt vor dem Tor
Igor Matanovic per Traumtor (33.) sowie Yuito Suzuki (39. und 50.) trafen für den Sportclub. Das Tor durch Williot Swedberg (90.+1) war zu wenig für die Spanier. In der Vorschlussrunde trifft Freiburg auf Sporting Braga aus Portugal. Der SC muss zunächst am 30. April auswärts ran, eine Woche später steigt das Rückspiel. Am Sonntag treffen die Breisgauer in der Bundesliga auf den 1. FC Heidenheim, am Donnerstag kommender Woche steht das Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart an.
Es werde noch „sehr tricky“, mutmaßte Trainer Julian Schuster, der am Mittwoch seinen 41. Geburtstag feierte, vor dem Spiel: „Ein Schritt weniger und es geht in eine andere Richtung. Deshalb darf es nicht weniger werden, und wir müssen richtig scharf sein.“ In den ersten Minuten setzten Schusters Schützlinge die Vorgabe des Trainers um. Vigo kam mit Wucht, die Breisgauer hielten dagegen. Nach einer Viertelstunde war vor beiden Toren noch nichts passiert. Die Freiburger, bei denen Patrick Osterhage und Max Rosenfelder fehlten, machten einen starken Eindruck.

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Auch Mitte der ersten Hälfte überzeugten die Gäste mit ihrer disziplinierte Spielweise und großer Zweikampfstärke. Der SC hatte in dieser Phase alles im Griff. Vigo versuchte es immer wieder mit hartem Einsteigen, die Freiburger blieben dennoch stabil. Bei den Gastgebern machte sich zunehmend Frust breit.
Der wurde noch größer, als Matanovic nach rund einer halben Stunde spektakulär per Direktabnahme aus rund 20 Metern traf. Alles lief für den Sport-Club nach Wunsch. Die Freiburger wurden immer selbstbewusster, der Japaner Suzuki erhöhte nach starker Kombination mit Niklas Beste noch vor dem Ende der ersten Halbzeit.
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Zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchte Celta noch einmal alles. Die kalte Dusche kam aber prompt, Suzuki war erneut erfolgreich. In der 58. Minute traf der eingewechselte Derry Scherhant den Pfosten. Danach schaltete der SC einen Gang zurück. Schuster nahm mehrere Leistungsträger vom Platz, Torhüter Noah Atubolu konnte sich mehrfach auszeichnen. (sid/dj)
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