Mit Bundesliga-Stars: Deutscher WM-Gegner beeindruckt beim Afrika-Cup
Nach seinem Traumsolo über den halben Platz zum goldenen Schlusspunkt nahm Bazoumana Touré die Glückwünsche seiner Kollegen mit einem seligen Lächeln entgegen. Amad Diallo, Topstar der Elfenbeinküste, putzte dem Super-Joker aus Hoffenheim mit einem imaginären Lappen den linken Zauberfuß, Leipzigs Rohdiamant Yan Diomande riss ihn beim Händeschütteln fast zu Boden.
Mit seinem zweiten Joker-Tor in Folge hatte Linksaußen Touré das mitreißende 3:0 (2:0) der Elfenbeinküste im Achtelfinale des Afrika-Cup gegen Burkina Faso gekrönt – und die Titelträume des deutschen WM-Gegners angefacht. Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte seine Warnungen bei der besten Turnierleistung der Elfenbeinküste bestätigt gefunden haben. Touré und Co. jedenfalls sind bereit für den Kampf der Giganten mit Rekordsieger Ägypten um Superstar Mohamed Salah am Samstag (20 Uhr/Sportdigital) in Agadir.
Elfenbeinküste stark mit Hoffenheims Touré und Leipzigs Diomande
„Wir haben als Team gekämpft“, schwärmte Rechtsaußen Diallo von Manchester United, der die Führung für die Elfenbeinküste besorgt und das 2:0 von Diomande vorbereitet hatte. „Es herrscht eine tolle Chemie auf dem Platz, eine enge Verbundenheit, die unser Spiel flüssiger macht.“

Starkes Gegenpressing, scharfe Zweikampfführung, individuelle Klasse vor dem Tor: Nagelsmann konnte alles beobachten, wovor er nach der WM-Auslosung gewarnt hatte. Die Elfenbeinküste, die Nummer 42 der Welt ,sei zwar eine „Mannschaft, die man schlagen kann“, meinte er, „aber die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte“.
Diallo: „Niemand versucht, der Held zu sein“
Am Dienstag in Marrakesch zeigte sich der Titelverteidiger als verschworene Einheit. „Niemand versucht, der Held zu sein oder sich im Alleingang für das Land in den Vordergrund zu drängen“, sagte Diallo und betonte: „Wenn ich die Chance zum Pass habe, spiele ich ihn. Es ist instinktiv – ich gebe meinem Mitspieler den Ball. So spielen wir.“ Trainer Emerse Faé lobte die stets prompte Reaktion nach Ballverlusten und meinte, der Zusammenhalt der Mannschaft mache ihn „wirklich glücklich“.
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Doch der Weg zum vierten Triumph nach 1992, 2015 und 2024 ist noch weit für die Elefanten; beim 35. Afrika-Cup setzten sich bislang ausnahmslos die Favoriten durch. Von den jüngsten zehn Turniersiegern fehlt in der Runde der letzten Acht nur Sambia, von den sieben Nationen mit zwei oder mehr Titeln sind nur die DR Kongo und Ghana nicht vertreten. Mali ist die einzige Nation im Viertelfinale ohne Titel. Das Turnier geht jetzt erst richtig los. Zeit also für die nächsten Traum-Solos. (sid/hmg)
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