Fußball

Infantinos Investor spricht: Warum ihm der geplatzte FIFA-Deal furchtbar peinlich ist

Joshua Kushner und Karlie Kloss bei der Benefizgala des Costume Institute in New York.
Joshua Kushner mit seiner Ehefrau Karlie Kloss

Gianni Infantino erlebt die schwerste Krise seiner Amtszeit. Nun meldet sich ein Mann zu Wort, der eigentlich Milliarden investieren wollte – und distanziert sich deutlich.

Gianni Infantinos Investorenpläne haben die FIFA in eine schwere Krise gestürzt. Nun äußert sich erstmals Joshua Kushner, dessen Investmentfirma Milliarden in ein neues FIFA-Unternehmen stecken wollte – und distanziert sich von dem Vorhaben.

Nach dem Scheitern der Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino hat sich Technologieinvestor Joshua Kushner erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. Der Risikokapitalgeber erklärte, er bedauere im Nachhinein, dass seine Investmentfirma Thrive Teil des Vorhabens gewesen sei.

Infantino wollte Anteile an den Premium-Produkten des Fußball-Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Geldgeber sollten rund 20 Prozent an einem neu zu gründenden Tochterunternehmen namens FIFA Forward Enterprise (FFE) erwerben können. Der Wert des Unternehmens war zunächst mit 20 Milliarden Dollar beziffert worden.

Die WochenMOPO 35/26

Drei Zeitungen auf rotem Hintergrund, mittig ein Wochenmagazin mit großer Schlagzeile über Hamburg.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!

• Rassismus: „Ich habe jeden Tag Angst, meinen Sohn in die Schule zu schicken“
• Nach Tod von beliebtem Gastronom: „Wir machen weiter – für unseren Sohn“
• Hamburger Fotograf: Darum wurde ich zum Nacktmodell
 32 Seiten Rätsel und Kultur: Ausblick auf die „Theaternacht“
• 16 Seiten Sport: HSV-Keeper spricht Klartext, Stimmung beim FC St. Pauli im Keller

Nach massivem Druck musste der FIFA-Boss seine Pläne jedoch stoppen. Infantino steckt damit in der schwersten Krise seiner bisherigen Amtszeit.

Kushner spricht von unterschätzter Dynamik

„Wir stehen zwar hinter den Beweggründen von FFE, haben jedoch die politischen Dynamiken im globalen Fußball und das Ausmaß, bis zu dem manche bereit sind zu gehen, unterschätzt“, zitierte die BBC Kushner aus einer Mitteilung.

Thrive blicke auf eine lange Tradition als Partner aller Beteiligten zurück, erklärte der Investor weiter. „Hätten wir gewusst, wohin dies führen würde, hätten wir uns nicht darauf eingelassen.“

Erst vor wenigen Tagen hatte die UEFA den Druck auf Infantino und die FIFA weiter erhöht. Die europäischen Fußball-Funktionäre stellten bei einem Gericht in Florida ein Gesuch an die US-Justiz, Dokumente rund um den verhinderten WM-Investorendeal zu sichern.

Damit hat der Konflikt zwischen UEFA und FIFA eine neue Stufe erreicht.

Das sollte hinter FFE stecken

Kushner erläuterte zudem die Idee, die nach seinen Angaben hinter FIFA Forward Enterprise gestanden habe. „Das Geld im Fußball war in der Vergangenheit auf eine kleine Gruppe von Ländern konzentriert“, schrieb der Technologieinvestor.

Was ist in dieser Woche im Volkspark passiert? Wie steht es um den HSV vor dem nächsten Spieltag? Jeden Freitag liefert Ihnen die Rautenpost Analysen, Updates und Transfer-Gerüchte. Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach. Hier klicken und kostenlos abonnieren.

Joshua Kushner ist der Bruder von Jared Kushner. Dieser ist mit Ivanka Trump, der Tochter von US-Präsident Donald Trump, verheiratet.

FFE habe das Ziel verfolgt, „mehr Kapital und Eigenkapital gleichmäßig auf alle 211 Mitgliedsländer zu verteilen und unterentwickelten Ländern deutlich mehr Investitionen zur Verfügung zu stellen“.

Das Geld sollte nach Kushners Darstellung dazu dienen, lokale Talente zu fördern, den Breitensport zu unterstützen und das Fanerlebnis zu verbessern. Letztlich sollte so der Fußball weltweit vorangebracht werden.

FIFA-Investorendeal sollte von allen 211 Verbänden entschieden werden

Kushner betonte außerdem, dass es sich bei dem FIFA-Investorendeal nicht um eine bereits beschlossene Sache gehandelt habe. Es sei eine Idee gewesen, „über die jeder Mitgliedsverband abstimmen sollte – nicht um eine Verpflichtung oder eine feststehende Entscheidung“. (dpa/mp)

Kommentare öffnen