„Surreal!“ Ex-HSV-Talent aus Hamburg spielt mit Ghana gegen Deutschland
Seine Eltern stammen aus Ghana, er selbst wurde in Hamburg geboren und wuchs dort auf: Ex-HSV-Talent Derrick Köhn (27) muss sich vor dem Länderspiel mit Ghana gegen die deutsche Nationalmannschaft am Montag (20.45 Uhr/ARD) mitunter kneifen. „Es ist ein bisschen surreal, aber die Vorfreude ist riesig“, sagte der Profi von Union Berlin bei dfb.de.
Er habe „auch die deutsche Mentalität in mir. Gleichzeitig fühle ich mich Ghana durch meine Eltern sehr verbunden, es ist in besonderem Sinn mein Mutter- und mein Vaterland“, meinte Köhn. Zwei Seelen wohnten in seiner Brust, für seine gesamte Familie sei das Spiel „speziell“, es kämen „jede Menge Freunde und Bekannte“ ins Stadion nach Stuttgart.
HSV-Verbindung zwischen Otto Addo und Derrick Köhn
Dass er sich trotz seiner auch deutschen Wurzeln für Ghana entschieden hat, schreibt Köhn vor allem Nationaltrainer Otto Addo zu, der ebenfalls aus Hamburg stammt. „Die Gespräche mit ihm haben eine entscheidende Rolle gespielt.“ Die Verbindung zu Addo sei schon zu gemeinsamen Zeiten beim HSV „besonders“ gewesen, „ich war sehr inspiriert von ihm“.

Derrick Köhn durchlief beim HSV die Jugend von der U15 bis zur U19, wobei Otto Addo Cheftrainer der U19 war, als Köhn noch in der U15 spielte. „Wir haben uns oft zwischen den Trainingsplätzen gesehen und viel gesprochen. Weil er ja auch Deutsch-Ghanaer ist, war die Verbindung besonders. Ich war sehr inspiriert von ihm.“
Köhn spielt jetzt bei Union Berlin in der Bundesliga
Über Bayern München II, Willem Tilburg in den Niederlanden, Galatasaray in der Türkei, Hannover 96 und Werder Bremen landete der Hamburger Jung Köhn letztlich im vergangenen Sommer bei Union Berlin.
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Beim Aufnahmeritual in Ghanas Nationalelf konnte Köhn übrigens seine Verbundenheit zu dem Land in Westafrika mit einer besonderen Aktion unter Beweis stellen: Er musste tanzen. „Der Tanz, der von mir gefordert wurde, war der Azonto. Den kann in Ghana jeder“, erklärte er. „Ich kann ihn auch, leidlich allerdings, muss ich gestehen. Wir haben in unserer Gegend viel ghanaische Musik gehört und auch danach getanzt.“ (sid/dj)
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