In der 100. Minute: Bayern-Wahnsinn lässt auch St. Pauli durchpusten
Bayern München hat vier Tage vor dem Halbfinal-Kracher in der Champions League gegen Paris Saint-Germain im Liga-Alltag einen unerwarteten Dämpfer hinnehmen müssen, aber zumindest eine Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim in der zehnten Minute der Nachspielzeit abwenden können. Da durfte auch der FC St. Pauli ganz spät tief durchatmen. Der Tabellenletzte wäre mit einem Sieg bis auf einen Punkt an den Kiezklub herangerückt.
Mit 3:3 (1:2) endete das wilde Spiel, bei dem Bayern-Trainer Vincent Kompany vor dem Gigantenduell am Mittwoch (21 Uhr/DAZN) gegen PSG einen Großteil seiner Stars schonte, um nach dem aberwitzigen 4:5 im Hinspiel gerüstet zu sein.
Zizivadze und Dinkci ließen Heidenheim träumen
Der Tabellenletzte darf durch den Punktgewinn bei Bayern München nach wie vor auf das Wunder Klassenerhalt hoffen. Sollten allerdings am Sonntag der FC St. Pauli (gegen Mainz) und Wolfsburg (in Freiburg) gewinnen, wäre der Abstieg nach drei Jahren für das Team von Trainer-Urgestein Frank Schmidt besiegelt.

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Budu Zivzivadze (22.) brachte Heidenheim in Führung. Eren Dinkci (31.) erhöhte überraschend. Beide Male wirkte die Defensive von Bayern München reichlich unsortiert. Leon Goretzka verkürzte mit einem traumhaften Freistoß (44.). Kompany reagierte zur Pause und wechselte Harry Kane, Michael Olise, Joshua Kimmich und Luis Díaz ein. Doch erneut war es Goretzka, der ausglich (57.). Als die Bayern drängten, schlug erneut Zivzivadze mit einem Kunstschuss zu. Michael Olise (90.+10) rettete den Bayern spät jedoch noch das Remis.
Sieben Neue: Große Rotation von Bayern-Trainer Kompany
Kompany veränderte sein Team mit Blick auf Mittwoch auf sieben Positionen. Schon vergangene Woche hatte der Bayern-Coach in Mainz acht Wechsel in seiner Startelf vorgenommen, was beinahe schiefgegangen wäre (4:3 nach 0:3).
Der FCH kämpfte indes um seine kleine Chance auf den Klassenerhalt. Schmidt gab sich wie immer trotz der Mammutaufgabe kämpferisch. Es gebe „nichts Schlimmeres, als wenn man vor dem Spiel schon irgendwas abschenkt. Das sind nicht wir“, sagte er.
Letzte Aktion von Olise bringt den Ausgleich
Doch zunächst dominierten die Bayern trotz der XXL-Rotation. Chancen waren jedoch Mangelware. Dafür zeigte sich der FCH effektiv: Gleich die erste Möglichkeit führte zum Tor. Die Bayern-Defensive wirkte nach einem zunächst abgewehrten Eckball schläfrig.

Dinkci und Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic hatten kurz darauf sogar weitere gute Möglichkeiten gegen wacklige Münchner, ehe Dinkci eine Unachtsamkeit von Jonathan Tah nach einem weiten Pass eiskalt ausnutzte. Der Rekordmeister tat sich dagegen weiter schwer, gefährlich zu werden. Auch Musiala konnte kaum Akzente setzen. So führte ein Freistoß von Goretzka zum Tor.
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Durch die prominenten Wechsel zur Pause erhöhte sich der Bayern-Druck. Vor dem Tor von Diant Ramaj war nun plötzlich reichlich Betrieb. Nach einer Ecke staubte Goretzka ab. Kimmich traf kurz darauf nur die Latte. Glück hatten die Bayern allerdings, als Neuer-Vertreter Jonas Urbig gegen Dinkci bei einem der wenigen FCH-Konter erstklassig parierte (68.). Gegen Zivzivadzes Schuss in den Winkel war er jedoch machtlos, mit der letzten Aktion von Olise glichen die Bayern aus. (sid/mp)
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