Fußball

HSV- und St. Pauli-Fans aufgepasst! Neue Regeln zum Liga-Start – einige überraschen

Tobias Stieler prüft per VAR eine Handspiel-Szene im Spiel Bayern gegen den HSV in München.
Tobias Stieler prüft per VAR eine Handspiel-Szene im Spiel Bayern gegen HSV in München 2025.

Die neuen Regeln sind bei der WM nicht bei allen auf Zustimmung gestoßen. Viele finden jetzt auch in der Bundesliga ihren Platz. Was Fans vor dem Start wissen müssen.

WM-Fans werden sich erinnern: Die neuen Regeln in Bezug auf Zeitspiel und persönliche Strafen sorgten während des Turniers im Sommer für eine Menge Diskussionen. Die meisten finden nun auch in der 2. Liga (Saisonstart am Wochenende mit dem FC St. Pauli) und in der Bundesliga (Start Ende August mit dem HSV) Anwendung. Einige Regeln werden für den TV- und Stadion-Besucher überraschend kommen. Ein Überblick der MOPO.

Countdowns bei Abstößen und Einwürfen

Zur Vermeidung von Zeitspiel können Schiedsrichter bei Abstößen und Einwürfen künftig Fünf-Sekunden-Countdowns verwenden. Bei Überschreitung wird aus dem Abstoß eine Ecke für das gegnerische Team - und das Einwurfrecht wechselt.

Zeitlimit für Auswechslungen

Eine weitere Maßnahme zur Erhöhung der Nettospielzeit: Spieler, die ausgewechselt werden, müssen innerhalb von zehn Sekunden den Platz verlassen. Halten sie sich nicht daran, darf der einzuwechselnde Spieler den Platz erst bei der ersten Spielunterbrechung nach Ablauf einer Minute betreten.

Rüdiger verlässt in Boston das Feld, Thiaw kommt für Deutschland gegen Paraguay ins Spiel.
Wechsel beim DFB gegen Paraguay. Rüdiger verlässt das Feld, Thiaw kommt.

Zwangspause bei Verletzungsunterbrechungen

Spieler, die auf dem Platz behandelt werden oder eine verletzungsbedingte Unterbrechung der Partie verursachen, müssen das Feld verlassen und nach Wiederanpfiff eine Minute lang draußen warten. Eine Ausnahme bildet der Torwart.

VAR-Eingriff bei Gelb-Roten Karten

Bei der WM im Fall Embolo heiß diskutiert, aber trotzdem in den deutschen Ligen übernommen: ein mögliches Eingreifen des Video-Assistenten bei ungerechtfertigten Gelb-Roten Karten. Zum einen, wenn die zweite Gelbe Karte eindeutig falsch war, zum anderen im Fall von Spielerverwechslungen.

Breel Embolo weint nach der Roten Karte im WM-Spiel der Schweiz gegen Argentinien in Kansas City.
Breel Embolo reagiert nach seiner Roten Karte im WM-Viertelfinale gegen Argentinien in Kansas City mit Tränen, während Mitspieler ihn trösten.

Vorteilsauslegung

Wenn sich der Schiedsrichter dazu entscheidet, das Spiel aufgrund eines Vorteils weiterlaufen zu lassen und daraus ein Tor entsteht, fallen Bestrafungen zur Vereitelung dieses Tores weg. Zudem kann die Vorteilsregelung ab der Saison 2026/27 auch bei einer nicht korrekten Spielfortsetzung angewandt werden, zum Beispiel wegen des Einwurforts oder eines ruhenden Balles.

Mund zuhalten und Platz verlassen

Bei der WM kam die Regel zweimal zur Anwendung, in Deutschland wird sie abgewandelt: Sollte sich ein Spieler in der konfrontativen Kommunikation den Mund zuhalten und darin ein unsportliches Verhalten erkennbar sein, hat dies nicht automatisch eine Rote Karte zur Folge, der Spieler kann jedoch verwarnt werden. Dasselbe gilt für das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung.

Miguel Almiron verlässt nach Roter Karte das Feld und bedeckt den Mund, Staff an seiner Seite.
Miguel Almiron verlässt nach seiner Roten Karte das Feld, er hatte sich den Mund bedeckt.

Keine Überprüfungen von gegebenen Standards

Die von der FIFA neu eingeführte Regelung, die Überprüfung und das eventuelle Revidieren von gegebenen Standardsituationen durch den VAR, wird nicht übernommen. (sid/mkw)

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