Rafaela Borggräfe schaut skeptisch

Um die deutsche Torhüterin Rafaela Borggräfe, mittlerweile in Diensten des FC Liverpool, gibt es Wirbel wegen mutmaßlich rassistischer Aussagen. Foto: IMAGO/Propaganda Photo

Ging es um die Hautfarbe? DFB-Torhüterin nach rassistischen Aussagen gesperrt

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So richtig in England angekommen ist Rafaela Borggräfe noch nicht. Nur wenige Wochen, nachdem die deutsche Torhüterin im vergangenen Sommer vom SC Freiburg zum FC Liverpool gewechselt war, hatte sie mit mutmaßlich rassistischen Äußerungen gegenüber einer Mitspielerin für Aufsehen gesorgt. Nun zieht der Vorfall weitere Konsequenzen: Der englische Fußballverband FA sperrt die 25-Jährige rückwirkend für sechs Spiele.

„Der Verband hat die Spielerin mit einer Sechs-Spiele-Sperre belegt“, teilte Liverpool-Trainer Gareth Taylor bei einer Pressekonferenz mit. Die Sperre trat bereits am 6. Dezember in Kraft – und Borggräfe kam seither in keiner Partie zum Einsatz, hat effektiv also bereits fünf der sechs Spiele abgesessen. Bereits am kommenden Sonntag (25. Januar) wäre die Keeperin gegen Tottenham wieder spielberechtigt.

DFB-Torhüterin Rafaela Borggräfe in Liverpool gesperrt

„Die Situation ist, wie sie ist“, führte Taylor weiter aus. „Ich muss sagen, dass sich das ein bisschen in die Länge gezogen hat, was frustrierend ist für alle Beteiligten, insbesondere für Rafa selbst. Aber wir sind froh darüber, dass die Untersuchungen jetzt abgeschlossen sind, wir wissen, was Sache ist, und alle weitermachen können.“


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Der FC Liverpool selbst möchte den Vorfall um Borggräfe nicht weiter kommentieren. Im September hatte der Verein in seinem einzigen offiziellen Statement lediglich von „der mutmaßlichen Verwendung diskriminierender Sprache durch eine Spielerin des LFC“ gesprochen. Daraufhin hatte der Nationalverband FA eine Untersuchung eingeleitet, die seit Dezember nun abgeschlossen ist.

Rassismus-Vorfall soll sich beim Teamfoto ereignet hab

Die MOPO kann Informationen des „Guardian“ bestätigen, wonach sich der Zwischenfall beim offiziellen Fototermin im Sommer ereignet haben soll. Borggräfe, die elf Junioren-Länderspiele für Deutschland bestritten hat und zum erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft der DFB-Frauen zählt, soll bei der Vorbereitung auf ein Mannschaftsfoto eine rassistische Äußerung gegenüber einer Mitspielerin getroffen haben. Dabei sei es auch um die Hautfarbe gegangen, zum Schutz der Betroffenen jedoch soll die genaue Formulierung nicht öffentlich bekannt werden. Einzelne Mitspielerinnen und Betreuer hätten dies gehört und gemeldet.

Daraufhin hatte der FC Liverpool eine Stellungnahme veröffentlicht und dabei betont, man verurteile „jede Form von Diskriminierung; sie hat weder im Fußball noch in der Gesellschaft Platz“. Der englische Verband FA leitete eine Untersuchung gegen Borggräfe ein, die nun seit Dezember abgeschlossen ist. Die 25-Jährige habe die Strafe, die neben der sportlichen Sanktion zusätzlich die Teilnahme an einem Bildungsprogramm umfasst, akzeptiert.

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Borggräfe, in Emmendingen (Baden-Württemberg) geboren, spielte bereits in ihrer Jugend für den SC Freiburg und wurde dort zur Bundesliga-Spielerin. Nachdem ihr Vertrag im Sommer 2025 nicht verlängert wurde, wechselte sie zum FC Liverpool in die englische FA Women’s Super League – für die „Reds“ aber kam sie in der Hinrunde erst zu drei Einsätzen. Bei der Frauen-EM 2025 in der Schweiz war Borggräfe als vierte Torhüterin auf Abruf nominiert worden.

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