Immer wahrscheinlicher: Gibt es in der Oberliga Hamburg dieses Jahr fünf Absteiger?
Wenn fünf von 18 Mannschaften absteigen, kann man getrost von einem Worst-Case-Szenario sprechen. Genau das wird jedoch immer wahrscheinlicher in der Oberliga Hamburg. In Hamburgs höchster Spielklasse droht ein regelrechter Massen-Abstieg. Und Schuld daran sind der FC St. Pauli II, Altona 93 und Eintracht Norderstedt – denn diese drei Teams würden mit einem Abstieg aus der Regionalliga Nord für eine Kettenreaktion sorgen.
Mit großer Sorge werden die Hamburger Amateurklubs derzeit zwei Ligen höher schauen. Was dort passiert, könnte schließlich gravierende Auswirkungen auf die Oberliga haben. Weil der TSV Havelse gegen den VfB Stuttgart II am Sonntagabend in letzter Sekunde noch mit 3:2 gewann, wahrte er seine allerletzte Mini-Chance auf den Klassenerhalt in der 3. Liga – der Vorjahres-Aufsteiger aus der Region Hannover hat aber weiterhin acht Punkte in nur drei Spielen aufzuholen. Es spricht also vieles dafür, dass Havelse in der kommenden Saison wieder in der Regionalliga Nord an den Start gehen wird. Und damit ist der Klub der erste Stein eines Domino-Effekts.
Oberliga Hamburg drohen jetzt sogar fünf Absteiger
Durch den Abstieg von Havelse würde es in der Regionalliga Nord zwangsläufig einen Absteiger mehr geben, um Platz zu machen für den Neuling aus der 3. Liga. Das bedeutet, dass es voraussichtlich drei Absteiger in die Oberliga geben wird. Und natürlich steigen die Vereine in die Oberliga ab, zu deren Landesverband sie gehören. In diesem Jahr trifft es Hamburg hier ganz besonders stark.

Mit Eintracht Norderstedt, dem FC St. Pauli II und Altona 93 kämpfen drei Klubs aus dem Hamburger Fußball-Verband (HFV) um den Klassenerhalt in der Regionalliga. Für St. Pauli (16.) und Schlusslicht Altona (18./beide 22 Punkte) sieht es nicht gut aus, beide verloren am Wochenende ihre Partien. Und auch Norderstedt (15./26 Punkte) rutschte in der Tabelle ab, nachdem der HSC Hannover überraschend mit 1:0 gegen den VfB Lübeck gewonnen hatte. Heißt im Klartext: Drei der letzten vier Plätze belegen derzeit Klubs, die in die Oberliga Hamburg absteigen könnten.
St. Pauli, Altona und Norderstedt aus der Regionalliga
Dass mindestens zwei Hamburger Klubs in die Oberliga absteigen, ist inzwischen wahrscheinlich. Der Effekt auf die Teams in der Oberliga Hamburg ist derselbe: Je mehr Teams aus der höheren Liga absteigen, desto mehr müssen nach unten Platz machen. Oder anders gesagt: Mehr Absteiger aus der Regionalliga bedeuten automatisch auch mehr Absteiger aus der Oberliga. Regulär würden drei Teams aus der Oberliga den Gang in ihre jeweilige Landesliga antreten müssen. Kommen nun alle drei Hamburger Klubs aus der Regionalliga runter und setzt sich der für die Aufstiegsspiele qualifizierte Oberliga-Klub (gemeldet haben die TuS Dassendorf und der ETV) nicht durch, drohen nach aktueller Rechtslage fünf Absteiger in die Landesliga – zudem würde es nur zwei Aufsteiger aus den Landesligen geben.
Curslack-Neuengamme (8 Punkte) und Halstenbek-Rellingen (11) sind in der Oberliga längst abgeschlagen am Tabellenende. Und auch für den FC Türkiye (25) wird es selbst bei drei Absteigern eng. Davor aber herrscht ein dichtes Gedränge in der Oberliga: Von Teutonia auf Platz acht (43) bis Nikola Tesla auf Rang 15 (34) kann sich kein Team des Klassenerhalts sicher sein. Fast an jedem Spieltag gibt es dadurch direkte Duelle im Abstiegskampf.
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Durch zahlreiche Nachholspiele ist die Oberliga-Tabelle noch immer stark verzerrt, manche Teams haben bis zu drei Spiele weniger als andere. Eines aber haben sie alle gemeinsam: Sie drücken Altona, St. Pauli II und Norderstedt ganz fest die Daumen.
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