Gewalttaten nach Heiratsantrag: Hat der Amateur-Schiri alles nur erfunden?
Vor drei Wochen hatte Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser die ganz große Bühne bekommen. Vor dem Bundesliga-Spiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg (1:0) machte der 27-Jährige seinem langjährigen Partner einen Heiratsantrag über die Stadionmikrofone. Danach sorgten angebliche Gewalttaten gegen Kaiser für Schlagzeilen. Nun aber beschäftigt sich offenbar die Polizei mit dem Paar – und prüft, ob Kaiser und sein Verlobter die Attacken und Drohmails selbst initiiert oder gar erfunden haben.
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet, dass die Polizei das Haus von Kaiser durchsucht und unter anderen die Handys sichergestellt habe. Demnach bestehe der Verdacht, dass er die Überfälle erfunden sowie Drohnachrichten selbst verfasst haben könnte. Er und sein Lebensgefährte seien zudem rechtsmedizinisch untersucht worden, um zu prüfen, inwiefern sie sich die Verletzungen selbst zugefügt haben könnten.
Amateur-Schiri Pascal Kaiser wohl im Visier der Polizei
Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte der Zeitung, dass Ermittlungen gegen einen Mann aus Wermelskirchen (NRW) laufen würden, wo Kaiser wohnhaft sein soll. Dabei gehe es um den „Anfangsverdacht des Vortäuschens von Straftaten“, heißt es. Die Person werde „verdächtig, Körperverletzungsdelikte zu seinem Nachteil vorgetäuscht und zuvor vermeintlich an ihn gerichtete Drohnachrichten selbst verfasst und abgesandt zu haben“. Zum Schutz der laufenden Ermittlung wird nicht bestätigt, ob es sich dabei um Kaiser handelt.
German soccer referee Pascal Kaiser was assaulted by three men at his home, a week after his public marriage proposal.
The day before the assault, he received threats, and his address was leaked. He contacted the police, who told him there was no immediate danger. pic.twitter.com/LXuyhNjV46— Buzzing Pop (@BuzzingPop) February 9, 2026
Der 27-Jährige hatte Ende Januar mit seinem Heiratsantrag im Rahmen des Diversity-Spieltags in der Bundesliga für große Aufmerksamkeit gesorgt. Danach teilte Kaiser in den sozialen Netzwerken Fotos von vermeintlichen körperlichen Attacken. Er selbst stellte dabei einen direkten Zusammenhang zu seinem öffentlichen Heiratsantrag her und spekulierte über ein homophobes Motiv.
1. FC Köln verurteilt Gewalttaten nach Heiratsantrag
Der 1. FC Köln hatte die angeblichen Gewalttaten mit deutlichen Worten verurteilt. „Der blanke Hass, der hinter dieser feigen Attacke steckt, bestätigt auf abscheuliche Art und Weise, wie wichtig unser Engagement als FC-Familie gegen jegliche Form von Gewalt ist“, hatte der Verein nach Bekanntwerden der Vorwürfe in einer Stellungnahme mitgeteilt.
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Die Ermittlungsergebnisse der Polizei und das Gutachten der Rechtsmedizin stehen derzeit noch aus. Man werde „keine Fragen zu dem mutmaßlichen Sachverhalt, zu etwaigen Erklärungen gegenüber Ermittlungsbehörden oder zu sonstigen Details beantworten“, wird Kaisers Anwalt vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ zitiert. Für den Amateur-Schiri gilt die Unschuldsvermutung.
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