Elena Mühlemann von Carl Zeiss Jena im Zweikampf mit Camilla Linberg vom HSV

Jenas Elena Mühlemann (vorne) im Zweikampf mit Camilla Linberg vom HSV. Um ihre Gelbe Karte gibt es Verwirrung. Foto: IMAGO / Lobeca

Fünfte Gelbe Karte oder nicht? DFB klärt Verwirrung bei HSV-Spiel auf

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Die Regel ist klar: Auf die fünfte Gelbe Karte folgt in der Bundesliga ein Spiel Sperre. Das gilt bei den Männern ebenso wie bei den Frauen. Problematisch ist nur, wenn unklar ist, wann eine Verwarnung wirklich die fünfte ist – und wenn mehrere Stellen unterschiedlich gezählt haben. Vor genau diesem Problem schien der DFB bei Elena Mühlemann von HSV-Konkurrent Carl Zeiss Jena in der Frauen-Bundesliga zu stehen. Nun aber klärt der Verband die unübersichtliche Lage auf.

Von vorne: Die 22-jährige Offensivspielerin sah bei der Partie gegen den HSV (1:1) die Gelbe Karte. Das war unstrittig, Mühlemann hatte in der 34. Minute einen Konter von Hamburgs Angreiferin Melanie Brunnthaler gestoppt. Unklar ist nur, die wievielte Verwarnung sie bei dieser Aktion kassierte. Schließlich gibt es mehrere Quellen, die unterschiedliche Auffassungen darüber haben.

Verwirrung um Elena Mühlemann von Carl Zeiss Jena

So führt der DFB Mühlemann in seiner offiziellen Datenbank seit der Partie mit fünf Gelben Karten. Demnach wäre die Schweizerin, wie es in Abschnitt B II, § 43, Absatz 1 der DFB-Spielordnung geregelt ist, im Nachholspiel am Mittwochabend gegen den VfL Wolfsburg gesperrt. Tatsächlich aber widersprechen mehrere Datenbanken – darunter der renommierte Datendienstleister Opta – dieser Darstellung und weisen für Mühlemann nun drei Gelbe aus.

Schiedsrichterin Selina Menzel zeigt Elena Mühlemann (r.) die Gelbe Karte – nur die wievielte? IMAGO / Lobeca
Schiedsrichterin Selina Menzel zeigt Elena Mühlemann von Jena die Gelbe Karte im Spiel gegen den HSV
Schiedsrichterin Selina Menzel zeigt Elena Mühlemann (r.) die Gelbe Karte – nur die wievielte?

Was stimmt nun? „Es gibt verschiedene Zahlen an verschiedenen Orten“, gestand Kommentator Martin Piller bei MagentaSport, während auch er von der dritten Gelben Karte sprach („Ich bin mir eigentlich relativ sicher, dass es die dritte ist“) – der Sender hingegen Verwarnung Nummer fünf einblendete. Auch die Fachportale sind sich uneinig: „Soccerdonna“ zählt drei Karten für Mühlemann, der „Kicker“ wiederum fünf.

DFB klärt auf: Mühlemann sah tatsächlich die Gelbe Karte

Der DFB klärte den Fall am Montagnachmittag auf. „Laut der offiziellen Spieldatenerfassung, bei der ein ständiger Abgleich mit den Spielberichten der Schiedsrichterinnen erfolgt, steht die Spielerin nun bei 5 Gelben Karten und ist damit im nächsten Spiel gesperrt“, teilte der DFB der MOPO mit. Damit ist unstrittig: Mühlemann wird am Mittwoch gegen Wolfsburg fehlen.

Wie das Missverständnis passieren konnte, ist unklar. Nach MOPO-Informationen handelt es sich tatsächlich um eine Spielerverwechslung. Im Hinspiel gegen den HSV im Oktober (ebenfalls 1:1) sowie beim Auswärtsspiel bei RB Leipzig (0:2/Anfang November) war in manchen Datenbanken jeweils Nike Andersson für die Gelbe Karte eingetragen worden, die eigentlich Mühlemann gesehen hatte. Diese Darstellung haben offenbar mehrere Portale übernommen.

Kam es zur Verwechslung von Herrmann und Mühlemann?

Eine mögliche Erklärung für die Verwechslung könnte sein, dass Andersson bei Jena erst seit der laufenden Saison unter diesem Namen aufläuft. In manchen Portalen ist sie allerdings noch unter ihrem Geburtsnamen Herrmann zu finden. Das könnte erklären, weshalb die Gelbe Karte mancherorts möglicherweise falsch zugeordnet worden ist. Kurz gesagt: Herrmann heißt jetzt Andersson und existiert nicht mehr in der Datenbank, also wird die ähnlich klingende Mühlemann zur Leidtragenden. Eine schlichte Verwechslung der Namen.

Beim DFB hingegen ist das nicht passiert – und deshalb hat Mühlemann dort auch korrekterweise fünf Verwarnungen. Dass es bei anderen Anbietern zu solchen Verwechslungen kommt, liegt daran, dass in der Frauen-Bundesliga (noch) nicht alles so leicht nachzuvollziehen ist wie bei den Männern. Schließlich gibt es weder Re-Live-Aufzeichnungen der Spiele noch allzu viele Datenbanken oder Online-Liveticker. Beim Spiel in Leipzig waren zudem nur 853 Augenzeugen vor Ort gewesen.

Gelbe Karten bei Herrmann statt Mühlemann gezählt

Gegenüber der MOPO hatte Carl Zeiss Jena bereits am Sonntagabend bestätigt, dass nach Infos des Vereins in beiden Fällen tatsächlich Mühlemann die wahre Übeltäterin gewesen sei – und damit wirklich bei fünf Gelben Karten stehe. Maßgeblich ist für den Klub ohnehin die Zählung des DFB. Und die besagt: fünf. Und diese ist auch korrekt, wie der DFB der MOPO am Montag dann ebenfalls bestätigte.

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Verrückt an der Sache ist zudem: Andersson, offiziell bei vier Gelben Karten, stände in manchen Quellen theoretisch bereits bei sechs Verwarnungen. Gesperrt war sie bisher aber noch nicht, da sie – entsprechend der DFB-Datenbank – die Sperr-Grenze ja noch gar nicht erreicht hat. Ansonsten hätte sie beim 0:6 gegen den FC Bayern auch gar nicht spielen dürfen, stand dort aber 90 Minuten auf dem Feld.

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