Moritz Göttel und Gianluca Przondziono trafen zum Altonaer Sieg gegen Hannover.

Moritz Göttel und Gianluca Przondziono trafen zum Altonaer Sieg gegen Hannover. Foto: IMAGO / Lobeca

Altona feiert ersten Heimsieg seit August – Comeback von Doku-Star

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Es geht doch! Nach über sechs Monaten hat Altona 93 wieder ein Regionalliga-Heimspiel gewonnen und damit die Hoffnungen auf den Klassenerhalt genährt. Beim 3:0 gegen den HSC Hannover löste der neue Stürmer Moritz Göttel den Knoten und machte erneut eine gute Figur. Gianluca Przondziono trug sich sogar doppelt in die Torschützenliste ein.

„Heute war der Startschuss, dass wir die Klasse halten“, gab Matchwinner Göttel nach dem Abpfiff als Parole aus: „Es ist schön, dass die Leute heute glücklich nach Hause gehen. Und es ist schön, dass es am Mittwoch schon weiter geht.“ Dann empfängt Altona 93 den Nachwuchs von Werder Bremen. „Ein kleines Lichtlein brennt jetzt“, war Trainer Andreas Bergmann etwas weniger euphorisch: „Es ist ganz wichtig, dass wir uns endlich mal belohnt haben.“

Im Hinspiel ohne Göttel schoss der HSC Hannover gleich nach Anpfiff das 1:0, danach passierte nicht mehr viel. Gegenüber der 0:1-Niederlage an der Leine war das Rückspiel an der Adolf-Jöger-Kampfbahn geradezu ein Spektakel – in dem freilich auch die Gäste die dickste Chance der ersten halben Stunde besaßen. Nach Unstimmigkeiten in der Altonaer Abwehr tauchte Fabian Weigel (15.) frei vorm AFC-Keeper auf, scheiterte aber an einer Fußabwehr von Dennis Lohmann.

Das engagierte Altona brachte es dagegen auf drei kleinere Gelegenheiten durch Lesley Karschau (7.), Przondziono (13.) und Göttel (19.) sowie ein Abseitstor von Rasmus Tobinski (23.) Umso größer war der Jubel der 1333 Zuschauer:innen, als Tobinski Göttel mit einem Traumpass Richtung HSC-Gehäuse sprinten ließ. Zwei Verteidiger konnten den Altonaer Winterzugang ebenso wenig aufhalten wie Hannovers Keeper Bastian Fielsch. Göttel (31.) schob den Ball an ihm vorbei zum 1:0 ins Netz.

Göttel trifft – und holt einen Elfmeter heraus

Der Regionalliga-erfahrene Stürmer war auch am zweiten Treffer entscheidend beteiligt, als er im Strafraum nach einer Karschau-Hereingabe strebte und dabei zu Fall gebracht wurde – Elfmeter, den Przondziono (37.) sicher verwandelte. Den 2:0-Pausenvorsprung rettete der starke Rückhalt Lohmann mit einer weiteren Fußabwehr gegen Evren Serbes (44.). „Es war ein offenes Spiel, aber mit dem ersten Tor haben wir gemerkt, dass etwas geht, dass es unser Spiel sein kann“, blickte Przondziono auf die entscheidenden Minuten vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Julian Bergmann.

In der zweiten Hälfte zeigte sich die Altonaer Abwehr um Kapitän Michael Ambrosius aufmerksam genug, um Hannover vom eigenen Tor fernzuhalten. Beide Seiten forderten noch vergeblich einen Elfmeter für sich, ansonsten näherte sich der Spielverlauf dem (Nicht-)Geschehen aus dem Hinspiel in Hannover an – was ganz im Sinne der nach einem Heimsieg dürstenden Gastgeber war.

Przondziono staubt zur Entscheidung ab – Comeback von El-Nemr

Die größte Aufregung war fast, als ein Kind in Altona-93-Kuttenjäckchen Linienrichter André Eikens fragte, ob es mit dem Ersatzball am Seitenrand spielen dürfe – was der Schiedsrichter-Assistent freundlich verneinte. Kurz darauf war klar, dass Altona dieses Spiel, mit welchem Ball auch immer, gewinnen würde: Tobinski scheiterte noch an HSC-Keeper Fielsch, doch den Nachschuss versenkte Przondziono (80.) ebenso sicher wie den Strafstoß eine Stunde zuvor in den Maschen – 3:0 für Altona 93!

Göttel verließ nach 85 Minuten das Feld. Großer Applaus – zumal für ihn Pascal El-Nemr ins Spiel kam, der zuletzt mit seiner Doku über seine Leidenszeit für Schlagzeilen sorgte und nach fast einjähriger Verletzungspause sein Comeback feierte. Ein weiterer Hoffnungsschimmer für Altona. Tobinski (89.) hätte fast noch ein viertes Tor erzielt, scheiterte aber an einer Hannoveraner Kopfballabwehr kurz vor der Linie.

Die Doppelspitze Göttel-Tobinski macht Altonas Offensive schwerer auszurechnen, so viel lässt sich nach den ersten gemeinsamen Spielen sagen. „Wir spekulieren da auch immer ein bisschen. Wenn der eine kurz geht, geht der andere lang und umgekehrt“, beschrieb Göttel die neue Variabilität im Angriff.

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Als der Schlusspfiff ertönte, war eine lange Durststrecke beendet. Am 30. August 2025 hatte Altona mit dem 2:0 gegen Weiche Flensburg seinen zuvor letzten Heimsieg gefeiert.Mit 18 Punkten aus 22 Spielen schob sich der AFC auf Platz 17. Zwei Plätze muss die Elf von Trainer Andreas Bergmann noch gutmachen, um in der vierthöchsten Spielklasse zu bleiben. Der Fünfzehnte Eintracht Norderstedt verlor mit 2:4 bei Kickers Emden und verbleibt bei 21 Zählern, hat allerdings auch schon 24 Partien absolviert.

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