Diaz wird von Upamecano, Tah und Pavlovic gefeiert

Der umjubelte Held: Luis Diaz besorgte kurz vor Schluss das letztlich entscheidende Tor für Bayern München. Foto: IMAGO / NurPhoto

Erst patzt Neuer böse, dann wütet Real: Bayern ziehen spektakulär ins Halbfinale ein

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Bayern München kämpft sich ins Halbfinale der Champions League – und wie: Gegen Real Madrid leistet sich Manuel Neuer zwei Patzer, es reicht dennoch. Mit 4:3 schlug der deutsche Rekordmeister die „Königlichen“ in der ausverkauften Allianz Arena, über Hin- und Rückspiel steht ein 6:4-Erfolg.

Matchwinner Michael Olise ließ sich nach einem epischen Viertelfinal-Krimi vor der ekstatischen Südkurve feiern, als den geschlagenen Königlichen die Sicherungen durchbrannten. Während der FC Bayern nach einem völlig verrückten Rückspiel eine magische Champions-League-Nacht feierte, belagerten die aufgebrachten Stars von Real Madrid den Schiedsrichter, Jungstar Arda Güler sah die Rote Karte. Den Münchnern war’s herzlich egal – sie fordern nach dem 4:3 (2:3) nun Titelverteidiger Paris Saint-Germain im Traum-Halbfinale. „Ich glaube, jetzt treffen die beiden momentan besten Teams Europas im Halbfinale aufeinander“, sagte Joshua Kimmich nach Abpfiff bei DAZN.

Champions League: FC Bayern München kegelt Real Madrid raus

In der Arena knisterte es schon lange vor Anpfiff. Ehe all die Prominenz wie Bundestrainer Julian Nagelsmann ihre Plätze eingenommen hatte, war die Südkurve voll besetzt – und laut! „Alles in unserer Hand!“, stand unter der riesigen Choreo, die zu sehen war, als die Stars den Platz betraten. Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen schwärmte: „Das ist eine Nacht, für die wir alle arbeiten. Das ist Hochgenuss!“

Spielerisch untermauern sollte dies dieselbe Startelf, die schon das Bernabéu gestürmt hatte: Weil Serge Gnabry seine Knieblessur auskuriert hatte, blieb Jamal Musiala nur die Bank. Tom Bischof fehlte kurzfristig wegen eines Faserrisses in der Wade.

Manuel Neuer patzt früh in der Partie

Im Blickpunkt stand wie in Madrid sofort: Neuer. Hatte der Kapitän in der Vorwoche noch mit Paraden geglänzt, unterlief ihm diesmal ein schwerer Fehler, als er den Ball unter Bedrängnis in den rechten Halbraum spielte – zu Güler, der ihn gedankenschnell aus knapp 35 Metern übertölpelte. Ein dicker Torwartpatzer auf der anderen Seite brachte den schnellen Ausgleich. Andriy Lunin, der den verletzten Weltklasse-Mann Thibaut Courtois vertrat, segelte an einer Ecke vorbei – Pavlovic köpfte aus kurzer Distanz ein.

Arda Güler und Kylian Mbappé halten Real Madrid im Spiel

Madrid, erstmals in der Champions League ohne Spanier in der Startelf, lauerte auf Umschaltmomente. Die Bayern wussten mit dem Plus an Ballbesitz wenig anzufangen, zu schlampig war das Passspiel. Kimmich (27.) vergab eine seltene Gelegenheit. Vor dem 1:2 kam Konrad Laimer gegen Brahim Díaz einen Tick zu spät, der Marokkaner fiel bereitwillig. Gülers Freistoß aus gut 20 Metern schlug rechts oben ein. Neuer hatte einen Arm dran, wirkte aber seltsam unbeweglich.

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Vor der Pause überschlugen sich die Ereignisse. Erst bereitete Abwehrchef Dayot Upamecano mit einer Energieleistung Kanes 2:2 vor, dann traf Vinicius (41.) die Latte. Doch damit nicht genug: Beim nächsten Gegenstoß legte der Brasilianer perfekt für Mbappé auf. Kompany beschwerte sich, dass in der Entstehung ein Foul von Antonio Rüdiger an Josip Stanisic ungeahndet blieb, und sah Gelb.

Stanisic wurde mit dem Seitenwechsel von Alphonso Davies abgelöst, der sich umgehend als Vorbereiter für Diaz (46.) in Szene setzte. Dessen abgefälschter Schuss ging knapp vorbei. Auf der anderen Seite rettete Neuer stark gegen Mbappé (55.). Die Hausherren drängten auf das 3:3, nach einer Stunde auch mit Jamal Musiala. Immer wieder aber schlichen sich Fehler ins Spiel, die Reals Kontertaktik bedienten.

Luis Diaz entscheidet Viertelfinal-Spiel für Bayern

Doch die Bayern steckten nicht auf – und waren letztlich in zwei entscheidenden Situationen mit dem Glück im Bunde: Zunächst zeigte Schiedsrichter Slavko Vincic dem eingewechselten Eduardo Camavinga aufseiten Reals die Gelbe Karte, nachdem dieser nach einem eigenen Foul den Ball nicht hergeben wollte. Erst ein paar Sekunden später schien Vincic zu bemerken, dass Camavinga bereits Gelb gesehen hatte, und stellte ihn folgerichtig vom Platz (86.). Eine diskutable Entscheidung.

Wenige Minuten später besorgte dann schließlich Luis Diaz den entscheidenden Treffer, diesmal half Real selbst unfreiwillig mit: Den Schuss des Kolumbianers von der Strafraumkante fälschte Eder Militao ebenso unglücklich wie unhaltbar für Keeper Lunin ab (89.). Es war der Ausgleich in diesem Spiel, aber der Führungstreffer in der Gesamtabrechnung. Als Real alles nach vorne war, verdelte Michael Olise einen letzten Konter zum 4:3-Endstand (90.+4).

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Es war ein spektakuläres, der Paarung absolut würdiges Viertelfinal-Rückspiel. Auch Kimmich dachte unmittelbar nach Abpfiff an das Publikum vor den Bildschirmen: „Ich hoffe, alle Kinder in Deutschland durften ein bisschen länger wachbleiben“, sagte der Mittelfeldmann bei DAZN und schob schmunzelnd hinterher: „Ich hoffe, meine Frau hat meinen Sohn ein bisschen länger wach gelassen – und morgen dann zur dritten Stunde in die Schule.“ (kk/sid)

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