„Eine Schande!“ Liverpool-Legende attackiert Salah – Trainer reagiert scharf
Liverpool-Legende Jamie Carragher hat Stürmerstar Mohamed Salah nach dessen Wutrede gegen den Klub und Trainer Arne Slot scharf kritisiert.
„Was er nach dem Spiel getan hat, war eine Schande“, sagte der TV-Experte beim britischen Sender Sky. „Einige Leute haben das als emotionalen Ausbruch dargestellt. Ich glaube nicht, dass es das war. Ich glaube, wenn Mo Salah in der Mixed Zone Halt macht, was er in acht Jahren bei Liverpool viermal getan hat, dann ist das mit ihm und seinem Agenten abgesprochen, um maximalen Schaden anzurichten.“
Salah hatte beim 3:3 der krisengebeutelten Reds in der Premier League am vergangenen Wochenende bei Leeds United zum dritten Mal hintereinander nicht in der Startelf gestanden und wurde auch nicht eingewechselt. Nach der Partie erhob er schwere Vorwürfe gegen Trainer Arne Slot.
Der Ägypter steht wegen der aufsehenerregenden Wutrede nicht im Kader des englischen Meisters für das Champions-League-Spiel bei Inter Mailand am Dienstagabend (21 Uhr, DAZN). In seinen Aussagen hatte der 33-Jährige sogar nebenbei schon erwähnt, dass er nun sicher wieder Kritik von Carragher einstecken müsse.
Carragher: „Warum sollte man ihn einwechseln?“
Der frühere Abwehrmann, der von der Jugend bis zum Ende seiner Profikarriere für Liverpool spielte, ärgerte sich: „Die Fans von Liverpool, der Trainer, alle, die mit dem Verein zu tun haben, fühlen sich im Moment wie am Boden zerstört. Und er hat genau diesen Zeitpunkt gewählt, um den Trainer anzugreifen und vielleicht zu versuchen, ihn feuern zu lassen.“

Carragher verteidigte auch Slots Entscheidung, Salah in den vergangenen Spielen nicht einzuwechseln. „Warum sollte man ihn einwechseln, wenn man in diesen Spielen führt? Man braucht kein Tor. Man muss nur keine Gegentore kassieren“, sagte der 47-Jährige. „Wenn man Salah einwechselt, holt man einen Spieler, der bei Standardsituationen nicht verteidigen kann und nicht zurückläuft.“
Slot: „Er hat nicht das Recht, das mit den Medien zu teilen“
Trotz des durch Salah angezettelten „Bürgerkrieges“ sieht Coach Slot sein Verhältnis zum Superstar weiter intakt. „Er hat jedes Recht, so zu empfinden, wie er empfindet, aber er hat nicht das Recht, das mit den Medien zu teilen“, sagte der Niederländer am Montagabend: „Ich habe das überhaupt nicht so empfunden.“

Salah hatte sein Verhältnis zu Slot in Leeds als zerrüttet beschrieben. „Es fühlt sich an, als hätte der Klub mich unter den Bus geworfen“, sagte er und deutete einen Abschied an.
Salah auch gegen Inter Mailand nicht im Kader
Auch beim italienischen Vorjahresfinalisten wird das der Fall sein. Trotz Salahs Teilnahme am Abschlusstraining strich Slot den Ägypter aus dem Kader. „Es war für mich überraschend, als ich seine Kommentare nach dem Spiel gehört habe“, sagte Slot: „Meine Reaktion darauf ist klar, und deswegen ist er heute nicht bei uns.“
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Auf die Frage, ob Salah bereits sein letztes Spiel für die Reds absolviert hat, fand der Coach keine Antwort. „Ich habe keine Ahnung. Ich kann diese Frage zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten“, sagte Slot. Nach dem Spiel in Mailand werde sich der Verein „die Situation noch einmal ansehen“. Er sei aber „fest davon überzeugt, dass es für einen Spieler immer eine Möglichkeit gibt, zurückzukehren“. (dpa/sid/lam)
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