„Ein Wahnsinn!“ Verletzte nach Pyro-Aktion – Eintracht-Fans pfeifen Riera aus

Pyrotechnik und Eintracht-Flaggen im Frankfurt-Block beim Spiel gegen VfB Stuttgart
Die Eintracht-Fans brachten ihren Unmut im letzten Saisonspiel zuM Ausdruck

Kein Europapokal, das Trainer-Experiment gescheitert, die Fans schlagen über die Stränge: Nach einem aus mehreren Gründen denkwürdigen Saisonfinale musste Markus Krösche einiges verarbeiten. „Wir lassen das heute erstmal sacken und werden dann natürlich in die Analyse gehen. Dann schauen wir mal, wie wir das angehen“, sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt – wohlwissend, dass sein Urlaub nach dem Saisonfinale vorerst warten muss.

Denn das 2:2 (0:2) gegen den VfB Stuttgart am letzten Spieltag der Bundesliga offenbarte, dass Krösche und die Führungsriege mehrere Baustellen zu bearbeiten haben. Angefangen bei Eintracht-Trainer Albert Riera, der aller Voraussicht nach gehen muss. Daran änderten auch die zwei Elfmetertore von Jonathan Burkardt (72., 90.+2) nichts mehr.

Eintracht Frankfurt: Krösche steht vor Trainer-Frage

Krösche ließ die Frage zwar mit Verweis auf die Saisonanalyse unbeantwortet, angesichts der Eindrücke aus dem Stadion wäre eine Fortsetzung der Zusammenarbeit aber ein Wunder. Die Eintracht-Fans buhten Riera vor dem Anpfiff laut aus, die Kurve zeigte ein Plakat mit der Aufschrift: „Nada de gracias, Alberto“ (sinngemäß: „Danke für nichts, Alberto“). „Wenn es die eine Entscheidung wird, akzeptiere ich es. Wenn es die andere wird, bin ich bereit“, sagte Riera nach dem Spiel.

Markus Krösche mit einem nachdenklichen Gesichtsausdruck
Markus Krösche muss die Saison „erstmal sacken“ lassen.

Sportlich muss Frankfurt verdauen, erstmals seit der Saison 2020/21 nicht im Europapokal zu spielen. „Wir sind natürlich schon enttäuscht über die ganze Saison. Unser Ziel war es, international zu spielen. Das haben wir nicht erreicht“, sagte Krösche. Allerdings habe die Eintracht das Ziel „nicht heute verspielt“, durch den 4:1-Sieg des SC Freiburg gegen RB Leipzig hätte auch ein eigener Sieg nicht mehr gereicht. Die Mannschaft braucht einen Neustart, der Kader gibt eigentlich deutlich mehr her als den ernüchternden achten Platz, muss aber trotzdem dringend verstärkt werden.

Fan-Verhalten ist „vollkommen inakzeptabel“

Außerhalb des Spielfelds sorgten die eigenen Eintracht-Anhänger für zusätzlichen Unmut. Dass sie mit Galgenhumor nach dem 0:2 sangen „Die SGE ist wieder da“ ist noch verständlich, doch durch ihren Einsatz von haufenweise Pyrotechnik und vor allem Böllern sowie Raketen auch während des Spiels verletzten sich zwei SGE-Fans. „Ein Wahnsinn, nicht nachzuvollziehen und vollkommen inakzeptabel“, nannte das Vorstandsmitglied Philipp Reschke. (sid/tb)