Ein Porsche für den Eisenbahn-Keeper? Vier Tore und viel Trubel im Oberliga-Topspiel
90 Minuten ICE-Fußball ohne Sieger: Der Eimsbütteler TV und der ETSV Hamburg trennten sich 2:2 (1:1). Die Eisenbahner hielten dem Ansturm von Eimsbüttels „jungen Wilden“ stand, bleiben an der Oberliga-Spitze und halten damit Kurs auf die Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord.
„Wir haben 2:2 verloren, aber es war das beste Oberliga-Spiel der Saison“, fasste ETV-Trainer Can Schultz das rasante Geschehen zusammen: „Es stand viel Qualität auf dem Platz, aber es wurde auch viel Qualität geliefert.“ Beim Eimsbütteler 3:1-Hinspielerfolg hatte Schultz einen Sieg vom „Haus der Jugend“ beim „Haus des Geldes“ gesehen – eine Anspielung auf das prominente Personal der Eisenbahner, das er diesmal als „teuersten Oberliga-Kader aller Zeiten“ bezeichnete.
Passenderweise brachte der erst 20-jährige Max Mbodje (32.) die Eimsbütteler mit einem platzierten Kopfball nach Flanke von Juri Marxen in Führung. Zuvor musste Eisenbahn-Keeper Tom Müller bereits einen Foulelfmeter von Bamo Karim (16.) parieren. „Die ersten Minuten kommen wir nur schwer rein“, räumte ETSV-Coach Jan-Philipp Rose ein.
Gedenkminute für ETSV-Kapitän Hertner
Sein Team hatte am 6. Dezember das letzte Punktspiel bestritten und musste in der Winterpause den tragischen Unfalltod von Kapitän Sebastian Hertner verkraften, dem vor Anpfiff in Eimsbüttel mit einer Schweigeminute gedacht wurde. Der ETV war am Freitag mit einem 0:0 in Süderelbe ins Fußballjahr 2026 gestartet.
Der Rückstand machte der Eisenbahn nun allerdings Dampf: Luis Jahraus kam im Strafraum-Zweikampf mit Marxen zu Fall – Elfmeter, den Erolind Krasniqi (39.) zum 1:1 verwandelte. Goalgetter Krasniqi war es auch, der die nun weitaus energischeren Eisenbahner in Führung brachte. Sein 1:2 nach 49 Minuten war bereits das dreißigste Saisontor des 25-Jährigen – einsame Oberliga-Spitze!
Gegen Marxen ist auch Müller machtlos
Doch bald war im hin und her wogenden Topspiel der ETV wieder an der Reihe: Jon Pauli (60.) und Chatrie Doegl (62.) scheiterten noch an starken Paraden von Müller. „Dem Torwart haben sie einen Porsche hingestellt“, spekulierte Schultz süffisant über eine Sonderprämie für den Eisenbahn-Rückhalt.
Gegen den folgenden Volleyschuss von Marxen (63.) hätte aber auch die Aussicht auf einen Rolls Royce nicht geholfen. Ein Traumtor zum 2:2, das in der Schlussphase beide Mannschaften zu einem offenen Visier veranlasste. Ohne Erfolg allerdings: Der Ex-Eimsbütteler Dominik Akyol (87.) knallte den Ball an alter Wirkungsstätte an den Außenpfosten. Mbodje, der den Torreigen eröffnet hatte, vergab in der Nachspielzeit die letzte Chance für den ETV.
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„Nach verschossenem Elfmeter und Rückstand fast noch zu gewinnen, darauf können wir stolz sein“, resümierte Schultz. Sein Gegenüber Rose sprach von einem „guten Einstieg in die zweite Hälfte der Saison“: „Für die Zuschauer war es ein gutes Spiel. Und im Endeffekt bleiben wir Tabellenführer, darauf gilt es in den nächsten Wochen aufzubauen.“
Mit 48 Punkten liegt die Eisenbahn weiter einen Zähler vor dem ETV und hat zudem noch drei Spiele mehr zu bestreiten. Am Freitag reist der Spitzenreiter zum FC Süderelbe, Eimsbüttel empfängt dann Regionalliga-Absteiger Teutonia 05 Ottensen.
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