Torschütze Stefan Schimmer jubelt

Stefan Schimmer ließ den 1. FC Heidenheim jubeln – und St. Pauli doppelt leiden. Foto: imago/Beautiful Sports

Doppelter Last-Minute-Schlag! St. Pauli wird auch in Berlin geschockt

kommentar icon
arrow down

Als Matchwinner Jan Schöppner vor den mitgereisten Fans in einer Jubeltraube verschwand, schüttelte Frank Schmidt mit dem Kopf und grinste. Der Last-Minute-Wahnsinn mit dem ersehnten Befreiungsschlag sorgte auch beim Trainer des 1. FC Heidenheim für große Erleichterung, durch das dramatische 2:1 (0:1) bei Union Berlin verließ die Mannschaft von der Ostalb den letzten Platz der Bundesliga – und zog auch an St. Pauli vorbei.

„Wir haben immer weitergemacht, die Mannschaft hat an sich geglaubt“, sagte Schmidt nach dem erst zweiten Saisonsieg bei Sky und fügte mit einem Lächeln hinzu: „Wir haben mal wieder gewonnen. Auch wenn der Zeitpunkt natürlich glücklich ist, das haben wir uns verdient.“

Heidenheim dreht das Spiel in der Nachspielzeit

Schöppner (90.+5) traf mit der letzten Aktion zum viel umjubelten Dreier, zuvor hatte der ebenfalls eingewechselte Stefan Schimmer (90.) für die über weite Strecken erschreckend harmlosen Heidenheimer ausgeglichen. Nach sieben Pflichtspielen ohne Sieg meldete sich der FCH wieder zurück und kletterte vorübergehend auf Relegationsplatz 16. Da die Kiezkicker im Duell gegen Bayern selbst spät noch einen Punkt aus der Hand gaben (1:3), rutschen sie zum ersten Mal in der Saison auf einen direkten Abstiegsplatz.

St. Pauli erstmals auf einem direkten Abstiegsplatz

Heidenheims Vorstandschef Holger Sanwald zeigte sich nach dem Abpfiff „unheimlich erleichtert. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Wir haben einen großen Aufwand betrieben und die drei Punkte mitgenommen. Die sind für uns Gold wert“. Das Momentum will Heidenheim nun nutzen: „Wir wollen weiter punkten“, sagte Schmidt, „wir wollen dieses Selbstvertrauen, das die Mannschaft heute gesammelt hat, mit ins Spiel gegen Freiburg nehmen und idealerweise nachlegen. Es wird ein Marathon für uns, das steht fest. Wir haben aber eine gute Grundausdauer.“


MOPO

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:

  • Drogen-Revolution: Der Polizeipräsident erklärt im MOPO-Interview seine Pläne
  • Neue Deutsche: Wir haben frisch eingebürgerte Hamburger gefragt, was sie in Zeiten von AfD und „Stadtbild”-Debatte bewegt
  • Öko-Sekte: Harmlose Weihnachtsmarktstände oder doch mehr? Eine Spurensuche
  • Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
  • 20 Seiten Sport: HSV-Derby gegen Werder: Vorzeichen, Chancen und was auf dem Spiel steht
  • 28 Seiten Plan 7: Jetzt im Kino! „Stromberg”, der Chef aus der Hölle, ist zurück

Diese bewies Heidenheim auch im Stadion An der Alten Försterei, wo auf den Rängen erneut in den ersten zwölf Minuten aus Protest gegen schärfere Sicherheitsmaßnahmen in Stadien geschwiegen wurde. Der erste gefährliche Abschluss gelang schließlich den Gästen, Mathias Honsak zimmerte den Ball an die Latte (9.). Auf der anderen Seite setzte Oliver Burke Derrick Köhn in Szene, der allerdings über das Tor schoss (11.).

Torchancen waren lange Mangelware

Dann eine Schrecksekunde bei den Gästen: Niklas Dorsch und Julian Niehues knallten bei einem Klärungsversuch nach einer Ecke mit den Köpfen zusammen. Die Partie wurde für mehrere Minuten unterbrochen, Niehues musste länger behandelt werden. Für beide ging es jedoch weiter. Das Spiel blieb kampfbetont und zerfahren. Torchancen waren auf beiden Seiten Mangelware, Rani Khedira erlöste Union schließlich in einer kurzen Druckphase der Berliner (43.). Die Gastgeber zeigten sich in der Folge etwas aktiver und hatten auch nach der Pause mehr vom Spiel. Heidenheim trat offensiv kaum in Erscheinung, leistete sich im Ballbesitz zu viele Fehler und agierte zu ungenau.

Das könnte Sie auch interessieren: Nach Spiel gegen St. Pauli: Neuer kontert Aussage von Bayern-Boss Eberl

Auch in der Schlussphase wurde die Schmidt-Elf kaum gefährlich – bis Schimmer stach. Dann machte Schöppner den Heidenheimer Wahnsinn perfekt, und traf auch den FC St. Pauli, der fast zeitgleich in München das Gegentor zum 1:2 kassiert hatte. Die Hamburger stehen nun mit einem Punkt Rückstand auf Heidenheim auf Rang 17. (sid/jh)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test