ICE-Direktor Todd Lyons spricht bei einer Anhörung

ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während der WM eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. Foto: imago UPI Photo

„Die Leute sind nervös“: Arbeiter in Angst vor ICE-Einsätzen bei der WM

kommentar icon
arrow down

Aufgrund der Sorge vor Razzien setzt sich eine Gewerkschaft aus Los Angeles offenbar gegen mögliche ICE-Einsätze im Umfeld der Fußball-WM zur Wehr. Wie das Portal „The Athletic“ berichtet, reichte „Unite Here Local 11“ eine formelle Beschwerde gegen die FIFA und weitere Organisationen bei der unabhängigen US-Bundesbehörde National Labor Relations Board (NLRB) ein.

Die Gewerkschaft, die über 30.000 Beschäftigte in Hotels, Flughäfen und Sportarenen vertritt, darunter rund 2000 Beschäftige der WM-Arena in Los Angeles, wirft den Arbeitgebern unter anderem vor, ein Umfeld geschaffen zu haben, in dem „Gewalt und Einschüchterung durch ICE-Mitarbeiter“ befürchtet werden müssten und die Rechte der Beschäftigten „erheblich beeinträchtigt“ würden. Die Beschwerde soll sich neben der FIFA als WM-Veranstalter gegen den Stadionbetreiber, den Stadioneigentümer und einen Hospitality-Anbieter richten.

Gewerkschaftschef Kurt Petersen, der zuvor bereits mit einem Streik Tausender Arbeiter gedroht hatte, sagte zu „The Athletic“: Das Ziel sei, dass das NLRB vor einem Bundesgericht eine einstweilige Verfügung erwirke, um die Arbeitgeber und die FIFA zu einer Richtlinie zu zwingen, die den Zutritt der umstrittenen Einwanderungsbehörde ICE zum Gelände einschränkt. „Die Leute sind nervös. Unsere Mitglieder sagen: ‚Wir gehen nicht zur Arbeit, wenn ICE in der Nähe ist, weil sie uns jederzeit festnehmen könnten’“, sagte Petersen.

ICE-Direktor sorgte mit Aussagen zu WM für Sorgen

ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während des Turniers eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. In der Öffentlichkeit wachsen seitdem Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden könnte. Laut „The Athletic“ soll die Führung des Weltverbandes kürzlich erörtert haben, ob FIFA-Chef Gianni Infantino seinen Draht zu US-Präsident Donald Trump nutzen könnte, um um ein Aussetzen der ICE-Einsätze im WM-Umfeld zu bitten.

Das könnte Sie auch interessieren: US-Politiker wütet: FIFA soll blechen – Zugfahrt bei der WM zehnmal so teuer

In der Heimstätte der NFL-Teams Los Angeles Chargers und Rams im Vorort Inglewood sollen acht WM-Spiele stattfinden, unter anderem das Eröffnungsspiel des US-Teams gegen Paraguay (13. Juni). (sid/dj)

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
test