„Pfui! Widerlich!“ DFB ermittelt nach Wutausbruch des Kölner Stadionsprechers
Nach dem emotionalen Ausbruch seines Stadionsprechers droht dem 1. FC Köln eine Strafe. Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Erst einmal aber nicht gegen Stadionsprecher Michael Trippel, sondern gegen den Bundesligisten – denn der ist für sein Personal verantwortlich.
„Der Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten seiner Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist“, teilte der DFB mit.
Stadionsprecher stachelte Köln-Fans mit Aussagen an
Trippel hatte am Samstagabend bei der 1:2-Niederlage von Kölngegen Borussia Dortmund den Platzverweis gegen Jahmai Simpson-Pusey über die Stadionlautsprecher mit „Pfui! Widerlich!“ kommentiert.
Und wegen eines nicht geahndeten Handspiels im Dortmunder Strafraum heizte der 71-Jährige die Stimmung im Stadion an und rief er nach Spielende ins Mikrofon: „In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an.“
Trippel bat bereits öffentlich für Entschuldigung
Für seine Verhalten gab es bereits am Sonntag Kritik. FC-Chef Türoff nannte „solche Ausbrüche am Stadionmikrofon nicht in Ordnung“ und die Organisation der Schiedsrichter im deutschen Profifußball bezeichnete das Verhalten von Trippel als „inakzeptabel“.
Für Stadionsprecher gilt eine Neutralitätspflicht, auch in Köln. Trippel selbst hat inzwischen für sein Verhalten um Entschuldigung gebeten. „Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich auf den Schlips getreten gefühlt haben. Die Aussagen tun mir leid“, sagte er gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. (dpa/ea)
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