Kölner Gästeblock in Leverkusen

Die aktive Fanszene fehlte im Kölner Gästeblock in Leverkusen. Foto: imago/Jan Huebner

Derby-Boykott der Köln-Fans hat Folgen – Polizei bestreitet „Nacktkontrolle“

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Nach dem Derby-Boykott der aktiven Fanszene des 1. FC Köln hat Sportdirektor Thomas Kessler eine Aufarbeitung der Vorfälle angekündigt.

„Darüber werden wir definitiv sprechen“, sagte der 39-Jährige im Sport1-Doppelpass. Er könne am Sonntagmorgen noch „nicht sagen, was wirklich vorgefallen ist, aber das müssen wir definitiv aufarbeiten“.

Was war passiert? Vor der Partie bei Bayer Leverkusen (0:2) waren rund 500 FC-Anhänger aus der aktiven Fanszene aus Protest gegen die aus ihrer Sicht zu intensiven Kontrollen durch die Polizei abgereist. Ein Fan soll auf der Polizeiwache äußerst gründlich kontrolliert worden sein. Die Polizei bestritt, dass es sich um eine „Nacktkontrolle“, von der die Kölner Fanhilfe berichtet hatte, gehandelt habe.

Polizei: „Passive Waffen“ bei einem Köln-Fan gefunden

Vor dem Spiel seien zwei Personen am Einlass durch Beamte herausgezogen und intensiv kontrolliert worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Dabei habe es sich aber nicht um eine „Nacktkontrolle“ gehandelt. Bei einer Person seien „passive Waffen“ gefunden worden.

Die Köln-Profis bedanken sich in Leverkusen bei den anwesenden FC-Fans. imago/Nordphoto
Spieler des 1. FC Köln klatschen vor ihren Fans
Die Köln-Profis bedanken sich in Leverkusen bei den anwesenden FC-Fans.

Laut Kessler soll das Thema auf „Geschäftsleitungsebene“ besprochen werden. „Wir haben nächste Woche auch eine Sitzung mit unserem Vorstand gemeinsam mit dem e. V., die natürlich auch viel in diesen Fan-Themen und Mitglieder-Themen involviert ist“, sagte der FC-Sportdirektor. Er könne sich jedenfalls „nicht vorstellen, dass unsere aktive Fanszene sich in den Bus nach Hause setzt, wenn es nur um Gerüchte geht“.

Köln-Boss mit Spitze gegen Leverkusens Rolfes

Kessler vermisste am Samstagabend die typische Derbystimmung. Die Atmosphäre sei „alles andere als okay” gewesen. „Es war insgesamt einfach eine komische Stimmung im Stadion, und ich fand, das hat sich in der ersten Halbzeit auch ein Stück weit auf das Spiel niedergeschlagen“, sagte Kessler, der sich eine Spitze gegen Leverkusens Sportchef Simon Rolfes („Stimmung war super”) nicht verkneifen konnte: Dies habe Rolfes „wahrscheinlich aus der Erfahrung” heraus gesagt, „dass es bei denen jede Woche so ist, wenn wir nicht da sind”.

„Das ist extrem schade und traurig“, sagte derweil FC-Torhüter Marvin Schwäbe zur Abwesenheit des harten Kölner Fan-Kerns: „Als Sportsmann will man einfach, dass das Stadion voll ist und die richtigen Leute in der Kurve stehen.“

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