Debatten nach HSV-Spiel: War es das schon für Frankfurts Rieira?

Albert Riera guckt unzufrieden
Nach nur wenigen Monaten könnte für Frankfurt-Trainer Albert Riera bei der Eintracht bald schon wieder Schluss sein.

Im Grunde geht es nur noch darum, ob Albert Riera die 100 voll bekommt oder nicht. Wenn Eintracht Frankfurt am Freitag (20.30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund antritt, wird der spanische Exzentriker auf dem Trainerstuhl des hessischen Bundesligisten 95 Tage im Amt sein. Viel mehr – da sind sich fast alle Experten rund um die Diva vom Main einig – werden es nicht. Das spanische Missverständnis endet entweder am Samstag oder eine Woche später nach dem letzten Spieltag.

Längst dreht sich in Frankfurt alles um die Frage, wer Riera beerbt. „Ein Trainer auf Abruf, und wer kommt dann?“, titelte die Rundschau am Donnerstag und brachte diverse Namen ins Spiel. Auch der Hessische Rundfunk listete schon mehrere Nachfolgekandidaten von Adi Hütter auf, von Matthias Jaissle über Domenico Tedesco und St. Paulis Alexander Blessin bis hin zu Christian Eichner. Bei der dazugehörigen Umfrage des Senders liegt der frühere Eintracht-Coach Hütter klar vorn.

Laut Umfrage: Fans von Frankfurt wollen Riera loswerden

Eine andere HR-Umfrage offenbart ziemlich gut, wie es um Riera steht – unter dessen Leitung der Eintracht die erste Saison ohne Europacup seit fünf Jahren droht. Knapp 92 Prozent der Befragten wollen einen Rauswurf des 44-Jährigen, der seinen Job als Nachfolger von Dino Toppmöller am 2. Februar angetreten hatte und von Beginn an umstritten war, sofort oder nach Saisonende.

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Der unkonventionell auftretende Riera eckt einfach zu oft an. Neben sportlichen Defiziten werden dem Mallorquiner interne Unstimmigkeiten zur Last gelegt. Die Vorwürfe reichen von Sturheit über Arroganz bis hin zu Zoff mit diversen Profis. „Darum ist Riera bei Eintracht gescheitert“, titelte die „Bild“ und listete die Mängel auf.

Trainer auf Pressekonferenz mit komplettem Aussetzer

Da wundert es nicht, dass Riera längst auch mit den Medienvertretern über Kreuz liegt. Nach zuvor bereits gewöhnungsbedürftigen Auftritten in der Öffentlichkeit inklusive fragwürdiger Aussagen fiel der Ex-Profi zuletzt bei einer selbst für seine Verhältnisse bizarren Pressekonferenz mit einer Wutrede auf. Dabei bezeichnete er die Berichterstattung rund um den Klub als „totalen Bullshit“.

Sportvorstand Markus Krösche hatte sich das alles ganz anders vorgestellt. Disziplin sollte unter Riera wieder einkehren, nachdem Toppmöller seinen Schützlingen wohl zu viele Freiheiten gewährt hatte. Doch die Hoffnungen erfüllten sich nicht, es gab keinen spürbaren Aufschwung. Schon vor drei Wochen stellte Krösche seinem Trainer, den er aus Slowenien geholt hatte, deshalb ein differenziertes Zeugnis aus.

Boss Krösche war sich Rieiras spezieller Art bewusst

„Er ist ein Typ, der auch mal polarisiert. Das kannst du gut oder schlecht finden, aber er ist authentisch“, sagte Krösche damals im „Doppelpass“ bei Sport1. „Trotz des Trainerwechsels setzen wir gewisse Dinge nicht um auf dem Platz. Wir haben keine Stabilität als Mannschaft generell.“

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Im Anschluss an die jüngste Niederlage gegen den HSV (1:2) vermied Krösche dann ein Bekenntnis zu Riera. Da der Sportchef aufgrund der schwachen Saison des teuersten Kaders der Klubgeschichte und der Riera-Verpflichtung trotz diverser Warnungen selbst in die Kritik geraten ist, sollte seine nächste Trainerwahl besser sitzen – am Samstag oder eine Woche drauf. (sid/vb)